Edeka zum Zweiten - und sicher nicht zum Letzten

 

In der letzten Gemeinderatssitzung am 21. Juni wurde ausführlich über die Einkaufssituation in Neckarhausen diskutiert. Unsere Überlegungen zu den Plänen von Edeka haben wir bereits im letzten Amtsblatt dargelegt. Stichworte: unnötige Flächenversiegelung mit 120 Parkplätzen und eine gefährdende Verkehrszunahme in Neckarhausen, verbunden mit einem nach heutigen Maßstäben überholten Markt-Konzept (https://www.ogl-edingen-neckarhausen.de/2023/06/22/falsche-weichenstellungen/). Unsere Sorgen wurden in der Sitzung bestätigt. Eine Alternative, die im Bebauungsplan "Neckarhausen-Nord“ bereits Ladengeschäfte vorsieht, wurde nicht berücksichtigt. Die Naturschutzbehörden waren nicht gefragt worden, wie sie zu dem geplanten Bau in einem Landschaftsschutzgebiet stehen. Es ist immerhin ein Unterschied, ob eine Fläche endgültig versiegelt und damit dauerhaft der Natur entzogen wird oder ob Ackerflächen bleiben, die optional aufgewertet werden können.

Vorbild für das Landschaftsschutzgebiet Neckarhausen-Nord?

Die Planung ist auch klimaschädlich: Würde die Fläche wie geplant mit fast einem Hektar bebaut, würden ca. 630 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Wo bleibt da der Plan der Gemeinde auf dem Weg zur Klimaneutralität? Auch eine Stellungnahme des Nachbarschaftsverbandes, der sich mit den bestehenden Einkaufsmöglichkeiten z.B. in Ladenburg, Seckenheim oder Ladenburg befassen muss, fehlte. Unsere Kritik, dass mit der Bindung an Edeka grundlegende Prinzipien der freien Marktwirtschaft und eines fairen Wettbewerbs verletzt würden, wurde nicht berücksichtigt. Im Gegenteil: die vorgeschlagene Beschlussfassung lasse die Betreiberfrage offen; der Gemeinderat sei an Edeka nicht gebunden. Etwas völlig anderes ergibt sich aber aus der Vorlage, auf deren Grundlage der Gemeinderat entschieden hat. Zitat: es "müssen die zivilrechtlichen Fragestellungen mit der ausgewählten (!) Fa. Edeka besprochen werden“. Und vor allem aus dem Plan, der beschlossen wurde: seine Flächengröße entspricht bis auf den letzten Quadratmeter den Plänen von Edeka! Und da ist für den Gemeinderat noch alles offen? Klaus Merkle sprach durchaus nachvollziehbar von einer „verflixten“ Situation. Die „klare Mehrheit“, die sich Bürgermeister König erhoffte, hat er jedenfalls nicht bekommen. Immerhin sieben Gegenstimmen und eine Enthaltung ergab die Abstimmung. Nicht dass wir falsch verstanden werden: auch uns liegt ganz viel daran, dass Neckarhausen eine gute Versorgung bekommt. Nicht zuletzt deshalb haben wir den „Teo-Laden“ initiiert. Aber die Lösung sollte abgewogen und gut sein und nicht im „Hau-Ruck-Verfahren“ mit zweifelhaften Kriterien durchgezogen werden. (TH)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0