Nächstes Treffen / Termine

 

Freitag, den 13. Januar 2017 um 19.00 Uhr

in der Gaststätte "Friedrichshof" in Edingen.

 !! Gäste sind wie immer herzlich willkommen !!

 

Sicherer Schulweg?

 

Manchmal kommt es einem vor als wäre unsere Gemeinde eine Scheibe, die hinter dem Ortsschild endet. Wieso? Ein Beispiel: Gleich hinter dem Ortsschild von Edingen gibt es in Sichtweite eine Schule mit ca. 450 Schülern.100 Schüler fahren aus Richtung Edingen-Neckarhausen täglich zur Waldorfschule. 77 Kinder und Jugendliche kommen direkt aus dem Ortsgebiet unserer Gemeinde. Aber wie kommen die da eigentlich hin?

 

Busanbindung, nein, die gibt es nicht. Nur aus Richtung Heidelberg. Die Buslinie 42 von Seckenheim über Neckarhausen endet in Edingen Bahnhof und fährt dann wieder zurück nach Seckenheim. Überfüllt ist der Bus wahrlich nicht. Wen wundert‘s. Als Schulbus zur Waldorfschule ist er weder von der Taktung noch vom Linienplan zu gebrauchen. Na dann mit der Linie 5. Nein die fährt durch bis Wieblingen.

 

Eine sichere Radweganbindung für die Schüler: Auch Fehlanzeige. Manche Schüler nutzen die Hauptstraße oder die zugeparkten Gehwege. Schüler aus dem Ortsteil Edingen müssen die Hauptstraße queren. Eine Fußgängerampel mit Radweganschluss sucht man vergebens.

 

Viele Eltern fahren aufgrund der Verhältnisse die Kinder mit dem Auto zur Schule und holen sie wieder ab. Wenn „nur“ 50% mit dem PKW gebracht werden sind das 200 Fahrten jeden Tag. Vermutlich sind es mehr.

 

Die im Juni 2016 gegründete Elterninitiative sicherer Schulweg Waldorfschule hat sich zum Ziel gesetzt, die Bus- und Radweganbindung zur Schule zu verbessern. Gemeinsam mit Schülern wurde Herr Bürgermeister Michler in der jüngsten Sprechstunde durch die Elterninitiative auf den dringenden Handlungsbedarf aufmerksam gemacht. In einem Schreiben an die Gemeinderäte aller Fraktionen wurden durch die Elterninitiative Lösungsvorschläge wie beispielsweise eine Fußgängerampel für Radfahrer auf Höhe Lipowa unterbreitet und um Unterstützung gebeten.

 

Wir haben uns daraufhin als OGL mit Vertretern der Elterninitiative zusammengesetzt und die Lösungsvorschläge diskutiert. Im Ergebnis sehen wie es als dringend erforderlich an im fraktionsübergreifenden Schulterschluss die notwendigen Verbesserungen einzufordern und zeitnah umzusetzen. Wir werden weiter berichten. (TH)

 

Was lange währt wird endlich gut: Tempo 30 in der Hauptstraße Edingen

 

Wie wir berichteten, hatte die Firma Pöyry in dem im Auftrag der Gemeinden Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Ladenburg erstellten Lärmaktionsplan ein Tempolimit von 30 km/h in der Hauptstraße vorgeschlagen, da nur so die Lärmgrenzwerte eingehalten werden können. Bei der Umsetzung gab es jedoch immer wieder Verzögerungen.

 

Wir haben von der OGL aus diesen Prozess intensiv begleitet, immer wieder nachgehakt und uns beim zuständigen Verkehrsministerium und beim Regierungspräsidium nach dem Stand der Dinge erkundigt. Die Entscheidung über Geschwindigkeitsbeschränkungen obliegt nicht der Gemeinde, sondern dem Landratsamt. Dort ist nun endlich ein Tempolimit beschlossen worden. Dass dies nicht so einfach war, kann man an der Begründung des Landratsamtes sehen, wonach zwingende Gründe für das Tempolimit gegeben sein müssen. Mitzureden hatte dabei auch die RNV, weil das Tempolimit auch den Fahrplan der Buslinie 42 betrifft. Auch die höhere Straßenverkehrsbehörde musste zustimmen.

 

Das Tempolimit von 30 km/h gilt nun von der Fa. Klingmalz an bis zur Einmündung der Friedrichsfelder Straße. Von der Einmündung Friedrichsfelder Straße bis zur Unteren Neugasse gilt das Tempolimit nur in den Nachtstunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Dadurch wird nach Berechnungen der Fa.Pöyry die Schadstoffbelastung nicht erhöht und die Durchfahrtsdauer wird nur geringfügig steigen.

 

In Neckarhausen wurden ebenfalls auf zwei Abschnitten zu hohe Lärmbelastungen in der Nacht festgestellt und auch dort wird in den Nachtstunden ein Tempolimit von 30 km/h eingeführt: Hauptstraße 312 bis 332a und Hauptstraße 408 bis 436. Wir hätten uns auch Tempo 30 tagsüber auf der Hauptstraße in Neckarhausen gewünscht, das ist bei der gegenwärtigen Rechtslage nicht möglich. Im Zusammenhang mit dem LKW-Verkehr zur Fischkinderstube wollen wir jedoch weiterhin zumindest ein zeitlich befristetes Tempolimit für LKW, um die besondere Belastung während der Bauphase zu reduzieren.

 

Mit der Entscheidung des Landratsamtes ist zumindest eines unserer lange verfolgten politischen Ziele erreicht worden, was uns sehr freut.

 

Allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünschen wir eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Neue Jahr, in dem ja wieder wichtige Entscheidungen anstehen. (WH)

 

Widerstand gegen große Baumaßnahmen auch in anderen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises an zwei Beispielen

Beispiel 1: Die Gemeinde Ilvesheim plant in direkter Nachbarschaft des Neckardamms einen mehrstöckigen Wohnklotz mit einer Grundfläche von 1900 qm auf einem beliebten Spielplatz mit großen alten Bäumen und Büschen. Zudem ist die Grünfläche die einzig verbleibende grüne Lunge im sonst dicht besiedelten Wohngebiet. Der Wegfall der Grünanlage würde auch zum Wegfall einer der wenigen barrierefreien Zugänge zum Neckardamm führen. Zurzeit formiert sich eine Bürgerinitiative, die in zwei Tagen bereits 200 Unterschriften gesammelt hat, um Spielplatz und Biotop zu erhalten.

 

Beispiel 2: In Hirschberg geht es um ein potenzielles neues Baugebiet unterhalb des Büttemer Wegs. Das Bürgerforum für Ortsgestaltung warnt vor „Bebauungswahn“. Die Bürgerinitiative äußerte sich u. a. wie folgt: „In der Sitzung wurde versucht die möglichen Baugebiete zu rechtfertigen, indem neidvoll auf Neubauflächen in Schriesheim, Dossenheim, Heddesheim und Lützelsachsen verwiesen wurde“. Auch die durch ein neues Baugebiet zu erwartende Verkehrszunahme sieht das Bürgerforum kritisch. Alternativen, um Wohnraum zu generieren und innerörtliches Potenzial bestehender Immobilien besser ausschöpfen zu können -beispielsweise  durch ein Leerstandskataster - sei ausgewichen worden. So auch der Frage, ob bei der bekannten demografischen Entwicklung wirklich jeder Ort neue Baugebiete benötigt. (Zitate aus Berichten des MM)

 

Die Berichte zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Pläne der Gemeindeverwaltungen nicht mehr kritiklos hinnehmen. Sie wollen in der Entscheidungsfindung einbezogen sein und die Möglichkeit erhalten, ihre Argumente vorzubringen. (RS)

 

Edingen-Neckarhausen vorbildlich

(Artikel der OGL im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 1.12.2016)

Der Vortrag von Martin Müller vom Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim auf der Gemeinderatssitzung am 15. November belegte, wie sorgsam das Thema „Flächenverbrauch“ bei uns in den letzten Jahren behandelt wurde. Seit Jahren besteht unter den Experten Konsens darüber, dass der Flächenverbrauch einzudämmen ist. Auf der aktuellen Seite des Wirtschaftsministeriums ist zu den typischen Folgen der bisherigen Entwicklung im Land zum Beispiel u.a. zu lesen: „- Innenstädte und Ortskerne werden unattraktiv und veröden, - Gebäude oder ganze Areale fallen brach und bleiben ungenutzt, - zusätzliche Verkehrsbelastungen werden erzeugt, - oftmals hohe Folgekosten entstehen, - natürliche Lebensräume werden zerstört, - landwirtschaftliche Nutzfläche geht verloren“ (http://wm.baden-wuerttemberg.de/de/bauen/landes-und-regionalplanung/flaechenmanagement/). Auch bei Herrn Müller klang durch, dass die Fortschreibung der heutigen Planungen künftig klarer von einer nachhaltigen kommunalen Flächenpolitik bestimmt sein muss. Daher war es fortschrittlich und vernünftig, wenn wir in Edingen-Neckarhausen bisher nur zu einem geringeren Teil das Angebot für eine Bebauung des Außenbereiches genutzt haben, das nach der Flächennutzungsplanung theoretisch möglich wäre. Denn die Grundlagen dieser Planung stammen aus den 80er Jahren! Sie passen nicht mehr in unsere heutige Zeit. Auch aus der Bevölkerungsentwicklung ist bei uns kein dringender Bedarf für eine beträchtliche Wohnflächenausweisung im Außenbereich abzuleiten. Diese stagniert nämlich. Für unseren Eigenbedarf an Wohnraum wäre daher eine maßvolle Entwicklung ausreichend. Wenn Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, wächst eine Gemeinde in unserer Region; dies hat Herr Müller am Beispiel von Oftersheim und von Ilvesheim anschaulich dargestellt. Doch wollen wir das? Und vor allem: zu welchem Preis?

 

Fast beiläufig legte Herr Müller übrigens dar, weshalb Edingen und Neckarhausen nie baulich zusammen wachsen dürfen. Wegen der Grünzäsur, die zwischen den beiden Ortsteilen unerlässlich ist und deshalb zwingend vorgeschrieben wurde. Eine solche Grünzäsur wurde auch zwischen Heidelberg und Edingen vorgegeben. Die ortskundige Leserschaft möge nun erraten, welches geplante Baugebiet gerade an diese Grünzäsur heranreicht. Muss das sein? (TH)

 

Was macht eigentlich...

(Artikel der OGL im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 22.10.2016)

die Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Hauptstraßen von Edingen und Neckarhausen? Bekanntlich hatte unsere Gemeinde eine Lärmaktionsplanung in Auftrag gegeben. Die Gutachter der Firma Pöyry waren dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die nach dem Lärmaktionsplan maßgeblichen Lärm-Grenzwerte nur eingehalten werden können, wenn ein Tempolimit von 30 km/h auf bestimmten Abschnitten unserer Hauptstraßen angeordnet wird. Für diese Anordnung nach Straßenverkehrsrecht ist das Landratsamt zuständig. Dabei ist eine Umrechnung auf die Grenzwerte der Richtlinie für Verkehrslärmschutz an Straßen (RLS 90) erforderlich. Diese Umrechnung durch das Büro Pöyry ist erfolgt. Dennoch hört man nichts. Im Folgenden fühlt sich der Berichterstatter ein wenig an die Romane von Franz Kafka erinnert (etwa: „Das Schloss“). Eine Anfrage bei der Gemeindeverwaltung ergab, dass die Unterlagen beim Landratsamt liegen, das ja auch für eine Geschwindigkeitsbeschränkung zuständig ist. Dem Auskunftsantrag beim Landratsamt wurde jedoch entgegen gehalten, dass für die Lärmaktionsplanung die Gemeinde federführend und die Gemeinde deshalb insoweit auch auskunftspflichtig sei..... Diese Hin- und Her ist bereits deshalb ziemlich ärgerlich, weil sich die Zustände vor allem auf der Hauptstraße in Edingen in den letzten Wochen massiv verschlechtert haben. Es geht inzwischen nicht mehr „nur“ um Lärm – auch Verkehrsgefährdungen haben stark zugenommen. Daher ist es wenig nachvollziehbar, wenn schon ein einfacher Auskunftsantrag nach ein paar Zahlen so hinhaltend behandelt wird. Bleibt die Hoffnung, dass wir in eine der nächsten Gemeinderatssitzungen endlich Konkretes nicht nur zum Lärmschutz zu hören bekommen.

 

„Was macht eigentlich ...“ wird fortgesetzt ...

 

 

Lasst die Fischkinderstube nicht sterben!

(Artikel der OGL im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 29.09.2016)

Letzten Mittwoch hat der Gemeinderat das Projekt wieder in Frage gestellt, just als die Auftragsvergabe für die Abfuhr des Erdaushubs mit LKWs erfolgen sollte. Wir haben Verständnis dafür, dass die Anwohner Angst vor der Lärmbelastung und möglichen Schäden an ihren Häusern haben. Doch die Lärmbelastung ist zeitlich begrenzt und für etwaige Schäden soll zuvor ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt werden. Natürlich wäre es besser gewesen wäre, wenn alle Unterlagen zu den Varianten - wie jetzt vom Gemeinderat gefordert - schriftlich vorgelegen hätten. Es ist aber höchst unwahrscheinlich, dass die nun geforderte Einholung von schriftlichen Bestätigungen eine Änderung der Fakten herbeiführt. Die Abfuhr per Schiff wird – aller Voraussicht nach - immer noch 40 – 50 % teurer kommen, wie der - vom Bauamt beauftragte - Architekt aufgrund von Erfahrungswerten veranschlagte. Auch ein  zweispuriger Ausbau der Plouguerneau - Allee für Begegnungsverkehr von LKWs würde nicht nur viel zu teuer, sondern  auch viel zu lange dauern. Ebenso scheidet eine einspurige Verkehrsführung mit Ampelanlage aus, da der Unterbau der Strecke für einen massiven Verkehr mit LKW nicht ausgelegt ist. Die vom Gemeinderat vorgegebene Prämisse ist dabei auch noch, dass der Bau der Fischkinderstube unsere Gemeinde nichts kosten darf. Schwer nachvollziehbar ist übrigens auch der Zeitpunkt, der zur Vertagung führte: erst nach dem Beschluss des Gemeinderates im Juli und lange nach der Begehung der Allee durch den Technischen Ausschuss mit Polizei und Straßenbehörde im August. Jetzt ist die die ganze Maßnahme gefährdet, da der Zeitplan kaum noch eingehalten werden kann. Eine Verschiebung bedeutet mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Scheitern des ganzen Vorhabens. Darüber sollten sich alle Gemeinderät*innen im Klaren sein.  Mit der Verwirklichung dieses Projektes würde in unserer Gemeinde ein einzigartiges Ökotop geschaffen, das der Erhaltung seltener Fischarten dient und zugleich ein wertvolles Naherholungsgebiet darstellt. Ein Scheitern wäre für die Gemeinde sehr peinlich und enttäuschend für die großzügigen Spender wie auch für die Mitglieder der Landesregierung, die sich für das Projekt engagiert haben. (AS)

 

Kinder erforschen Kleintiere im Neckar

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 15.09.2016

 

Viel Spaß hatten die Kinder bei unserem Ferienangebot am Dienstag vor einer Woche. 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren hatten sich am Treffpunkt eingefunden und liefen gemeinsam zum Standort des Ökomobils an der Fischerfest-Wiese. Ganz in der Nähe soll ja die „Fischkinderstube“ eingerichtet werden, die ja dann noch bessere Gelegenheit für die Naturerforschung von Kindern bieten wird. Zuerst machten sich die angehenden Forscher durch ein Kennenlernspiel miteinander vertraut. Dann gab es zur Stärkung Sprudel, Apfelsaft und Brezeln, die von der OGL gespendet wurden.

 

Es bildeten sich kleine Teams, die mit einer Wasserschale, sowie Küchensieben und Keschern ausgestattet wurden. Für ein Kind aus jedem Team gab es außerdem Gummistiefel. Anhand von Karten der Fließgewässer in Baden-Württemberg zeigte Dr. Daniel Baumgärtner, der Betreuer des Ökomobils, wie sich in den letzten 40 Jahren, das Neckarwasser von einer fast toten Abwasserbrühe wieder zu einer guten Wasserqualität erholt hat. Dann ging es ans Neckarufer. Die Kinder fingen mit Hilfe von Keschern und Sieben begeistert Flusskrebse, lebende Muscheln und auch kleine Fische aus dem Neckar. Die Fundobjekte wurden dann mit den Mikroskopen des Ökomobils betrachtet und begutachtet. Dr. Daniel Baumgärtner erläuterte den jungen Forscherinnen und Forschern ihre Funde und deren Besonderheiten. In der starken Vergrößerung könnten die Kinder die Greifwerkzeuge und Beine der Krebse und sogar die Innereien von Würmern ganz genau betrachten. Großes Glück hatten  wir mit dem tollen Wetter, das es den jungen Forscherinnen und Forschern ermöglichte, nach Herzenslust im Neckarwasser zu forschen, wobei es gar nichts machte, wenn sich manche Kinder nasse Füße holten. Zum Schluss wurden alle lebenden Tiere wieder ins Neckarwasser entlassen.(WH)

 

Mittelgewann und kein Ende – eine außergewöhnliche Sitzung des Gemeinderates

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 28.07.2016

Nein, eine Sternstunde der Kommunalpolitik ist es nicht geworden, diese Sitzung in der die Entscheidung für eine Bebauung des Mittelgewanns getroffen wurde. Aber eine denkwürdige Sitzung war es dennoch, in der sich Bürgerinnen und Bürger so zahlreich und so klar und deutlich wie nur selten  zu Wort gemeldet haben. Dennoch ließ Bürgermeister Michler inhaltlich nicht im Geringsten von seinem Vorhaben ab, die Entscheidung über das Mittelgewann an diesem Abend durchzupauken; und auch die Fraktionen von CDU und SPD blieben unbeeindruckt von allen Argumenten bei ihrem Vorhaben.  Die goldene Brücke, welche die UBL mit ihren beiden Anträgen gebaut hatte, um die Bürgerschaft stärker einzubeziehen und noch einmal vor der Entscheidung fachlichen Rat einzuholen, wurde nicht beschritten. Die Worte, die in dieser Sitzung fielen, taugten nicht alle für die „Goldwaage“, manche wären besser ungesagt geblieben.

 

Die OGL will weiter konstruktiv zu einer guten Lösung beitragen, wir verschließen uns nicht den Argumenten für die Schaffung von Wohnraum für junge Familien und sozialen Wohnungsbau. Dennoch geben wir es nicht auf, für die Erhaltung der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft zu kämpfen, die das Mittelgewann repräsentiert. Ein Aufstellungsbeschluss über das Mittelgewann sollte nicht vor einer gutachterlichen Untersuchung des wirklichen Bedarfs, einer seriösen Berechnung der Kosten und Einnahmen und nicht vor einer Bürgerversammlung stattfinden. Noch ist ein Kompromiss möglich. (AS)

 

Danke an Max Brummer

 

Unser jüngstes Fraktionsmitglied und wahrscheinlich das jüngste Gemeinderatsmitglied, das in unserer Gemeinde je dieses Amt ausübte, hat nun leider die Fraktion verlassen. Dass es so kam, liegt an den allgemeinen Herausforderungen, die das Leben heute an junge Leute stellt. Ein Studium verlangt oft vollen Einsatz und Ortswechsel, da muss das Ehrenamt eben manchmal zurückstehen. Dass Max Brummer in den Gemeinderat gewählt wurde, hatte sicher damit zu tun, dass sich junge Leute wieder für Politik interessieren, auch für Lokalpolitik. Die jungen Wähler wollten auch aus ihrer Altersgruppe eine Person in den Gemeinderat wählen und auch nicht mehr ganz junge Wählerinnen und Wähler fanden es gut, wenn die junge Generation mitentscheidet. Sein Amt hat er mit Bravour und sehr gewissenhaft wahrgenommen. Er hat die OGL nicht nur im Gemeinderat, sondern auch in mehreren Ausschüssen vertreten, darunter im wichtigen Technischen Ausschuss, wo er sein Wissen aus dem Architekturstudium nutzbringend einsetzen konnte. Seine Wortbeiträge waren klar, sachorientiert und prägnant.

 

Sein Nachfolger wird auf andere Art eine ebenso wichtige Rolle im Gemeinderat einnehmen. Thomas Hoffmann ist vielen schon bekannt durch seine beratenden Beiträge im Gemeinderat und bringt eine hohe Sachkompetenz und seine langjährige Erfahrung als Ministerialrat in der Landesverwaltung ein. (GB)

 

Die Würfel sind gefallen: CDU und SPD wollen Neubaugebiet im Mittelgewann!

Der Gemeinderat hat entschieden und den Abgrenzungsbeschluss für das Baugebiet Mittelgewann gefasst mit den Stimmen von CDU, SPD und dem früheren OGL-Mitglied Uli Wetz. sowie Bürgermeister Simon Michler.

Die Gemeinderäte Gerd Brecht und Angela Stelling von der OGLhaben gemeinsam mit Dietrich Herold, Stephan Kraus-Vierling und Roland Kettner von der UBL gegen den Antrag votiert.

Vorausgegangen war eine intensive Diskussion von Bürgerinnen und Bürgern in der ungewöhnlich langen Fragestunde und eine erbitterte Debatte im Gemeinderat. Doch am Ende hielten die Befürworter des Baugebietes an ihrem Vorsatz fest, den Beschluss jetzt und gleich, ohne vorherige Einholung von Gutachten und ohne weitere Einbeziehung der Bevölkerung mit ihrer Mehrheit durchzusetzen. Sechs Gemeinderäte konnten wegen Befangenheit nicht mitwirken, vier davon aus den Fraktionen von UBL und OGL.

Wir sind noch nicht bereit uns von diesem wunderschönen Landwirtschafts- und Erholungsgebiet endgültig zu verabschieden und werden uns weiterhin in allen Stufen der Entscheidung für einen Erhalt dieses Gebietes einsetzen.

Auch ein Bürgerbegehren und eine Bürgerbescheid wäre möglich, um diese Entscheidung noch zu kippen.

Für die wunderschönen Bilder aus dem zukünftigen Baugebiet danken wir dem Ehepaar Martina und Holger Schäfer. (WH)

Großer Diskussionsbedarf um Mittelgewann – Unsere Diskussionsveranstaltung im Bürgersaal

 

„Ziel ist eine einvernehmliche Lösung“ - so betitelte der MM seinen Artikel Es wurde darin auch die bemerkenswert sachliche Diskussion gelobt. Weder wir von der  OGL noch die UBL/FWV/FDP wollten „Stimmung machen“ gegen das mögliche neue Baugebiet, sondern wir wollten Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich vorab zu informieren und ihre Fragen und ihre Bedenken zu äußern, bevor die Weichen für das Mittelgewann gestellt sind. Dass dieses Bedürfnis groß war, konnte man schon an der großen Zahl der interessierten Gäste erkennen. Der Raum war gerammelt voll und selbst im Lager konnten nicht mehr genug Stühle herbeigeschafft werden. Die einleitenden Beiträge der Organisatoren waren, kurz und informativ: Stephan Kraus-Vierling zeigte in seiner Fotoserie, welche besondere Landschaft das Mittelgewann darstellt, und wo es außerdem noch Möglichkeiten für Neubauten in der Gemeinde gibt. Hans Stahl gab einen kurzen Überblick über den Flächennutzungsplan im Rhein-Neckar-Kreis und die Überlegungen in der Metropolregion, die eher dahin gehen, eine weitere Zersiedelung der Landschaft zu vermeiden. Thomas Hoffmann legte kurz dar, wie ein Bebauungsplan erstellt wird und erklärte Fachbegriffe wie Abgrenzung, Umlegung und Ausgleichsmaßnahmen. 

 

In der Diskussion gab es nicht nur kritische Stimmen gegen die Bebauung des Mittelgewannes, sondern durchaus auch Bewohnerinnen, die für neue Baugebiete plädierten, damit junge Edingen-Neckarhäuser, die eine Familie gründen wollen, nicht wegziehen müssen, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden. (Allerdings beklagte eine junge Frau im Gespräch am Ende der Veranstaltung, dass bei den zuletzt angebotenen Neubauten in Edingen die Preise für sie unerschwinglich waren.)

 

Viele Besucher wünschten sich eine Erhaltung des ökologisch wertvollen Gebietes, das nicht nur Heimat für viele Tiere und Pflanzen ist, sondern auch für die Menschen ein Ort der Erholung und Begegnung.

 

Mit Werner Peuker meldete sich ein Fachmann zu Wort, der als Landschafts- und Stadtplaner z.B. bei der Planung der Heidelberger Bahnstadt mitgewirkt hat. Er machte klar, dass Neubaugebiete keine Geldquelle sind, sondern dazu da sind, Wohnraum-Bedürfnisse zu erfüllen und eher die Gemeinde Geld kosten werden.

 

Die angedachten Ausgleichsflächen seien bei diesem hochwertigen Gebiet viel zu gering bemessen.

 

In seinem Schlusswort betonte Gerd Brecht (OGL) ebenso wie zuvor schon Hans Stahl von der UBL, dass man eine so wichtige Zukunftsentscheidung nicht über eine Kampfabstimmung im Gemeinderat fällen könne, sondern nur im möglichst breiten Konsens. Wir sind gespannt, wie der Gemeinderat bei Erscheinen dieses Artikels entschieden haben wird, und hoffen auf eine Sternstunde der Kommunalpolitik. (WH)

 

Wie wollen wir Wohnraum in unserer Gemeinde entwickeln? Gemeinsame Veranstaltung von OGL und UBL am Donnerstag 13.Juli um 19.00 Uhr im Rathaus

(Artikel im Mitteilungsblatt am 30.Juni 2016)

Bevor der Gemeinderat über die Aufstellung des Flächennutzungsplans Mittelgewann beschließt, wollen wir mit Bürgerinnen und Bürgern über die Perspektiven einer weiteren Entwicklung der Gemeinde reden. Der Zuzug neuer Einwohner kann für eine Gemeinde eine wichtige Einnahmequelle sein, weil die Kommunen 15 % der im Land erzielten Einkommensteuer erhalten. Die Verteilung dieses Anteils auf die Gemeinden richtet sich nach dem Einkommensteueraufkommen der Einwohner. Doch wer nur auf das Geld schaut, vergisst wichtige Aspekte:  Vergrößert die Gemeinde ihre Attraktivität oder verringert sich diese, etwa weil das Dorf zur bloßen Schlafstätte mutiert? Wie verhält sich die mögliche Steigerung der Einnahmen zu den Erschließungskosten und dem erhöhten Bedarf an Kindergartenplätzen und Schulklassen? Modellrechnungen des Deutschen Instituts für Urbanistik (difu.de) zeigen, dass vor allem eine Innere Erschließung von Wohnraum im Ortskern sich positiv auf die Einnahmen auswirkt. Bei der Äußeren Erschließung verringert sich der positive finanzielle Effekt deutlich wegen der erhöhten Erschließungskosten. Wenn auch die notwendigen Betreuungsplätze berücksichtigt werden, ist die Bilanz sogar eher negativ.

 

Häufig gibt es durch die Veränderungen der Altersstruktur im Ortskern ungenutzten Wohnraum, weil Gebäude nur noch von Einzelpersonen bewohnt werden, oder weil Häuser verfallen und nicht mehr attraktiv sind. Manche Gemeinden versuchen gezielt neuen Wohnraum im bestehenden Siedlungsgebiet zu erschließen, etwa mit Hilfe einer Grundstücks- und Wohnraumbörse oder durch Förderung von Sanierungen und Umbauten zur Erzielung von Barrierefreiheit. So kann man neuen hochwertigen Wohnraum im Bestand schaffen und zugleich die Attraktivität des Dorfkerns vergrößern.

 

In Deutschland werden täglich ca. 73 ha Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. Das ist deutlich zu viel. In Edingen-Neckarhausen könnte man durch eine gezielt auf den Bedarf abgestimmte Bebauung gemeindeeigener Grundstücke den Umzug älterer Einwohner in altersgerechte Wohnungen oder Mehrgenerationen-Häuser unterstützen und so Wohnraum im Ortskern und in überalterten Reihenhaus-Siedlungen für junge Familien wieder verfügbar machen. Zugleich würde unsere Gemeinde belebter und attraktiver, ohne zu viel in die Fläche zu wachsen. (WH)