Wie gelingt die Energiewende CO2-neutral? Ein Vortrag für Leute die’s wissen wollen

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 10.01.2019

 

Energiegewinnung mit Sonne und Wind trägt mittlerweile schon gut ein Viertel zum Energiemix in Deutschland bei, und das könnte noch viel mehr werden, denn die Energie der Sonne (die auch für das Strömen des Windes verantwortlich ist) kostet nichts und steht uns im Überfluss zur Verfügung. Auch die Technik zur Gewinnung dieser Energie wird dauernd verbessert  und ist bereits sehr effizient. Was die Energiewende zurzeit noch bremst, ist die Tatsache, dass die Sonne bei Nacht nicht scheint und im Winter weniger stark und dass auch der Wind mal stärker und mal schwächer weht je nach Jahreszeit und Region.

 

Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern kann eine Grundlast absichern, lässt sich aber auch nicht ohne weiteres nach Bedarf an- oder abschalten und blockiert dadurch wiederum die Stromleitungen für Solar- und Windenergie. Vor allem wird dabei jede Menge CO2 produziert.  Hinzu kommt noch das Transportproblem: Gegen neu zu verlegende Stromtrassen vom windreichen Norden zu den Industriebetrieben im Süden wehren sich vielerorts die Anwohner und die unterirdische Verlegung wird sehr teuer.

 

Eine längst bekannte, aber doch noch wenig angewandte Technologie könnte all diese Probleme dadurch lösen, dass regenerative Energie einfach gespeichert und transportiert werden kann.

 

Peter Grohmüller, den manche vielleicht als Gitarristen von Livin Desert kennen, daneben auch Technikfreak, kritischer Kommentator aktueller Politik, Querdenker und Visionär, wird uns diese Technologie vorstellen - im Rahmen unserer neuen Vortragsreihe „GRÜN INFORMIERT: Vorträge für Leute die’s wissen wollen“. Mehr soll zunächst nicht verraten werden. (WH)

 

 

 

Wollen wir wirklich (nur) wohnen?

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 17.01.2019

Die Initiative mit dem Namen „wir wollen wohnen“ hat einen Fragebogen an Verwaltung und Fraktionen verschickt, bei dem es wieder einmal um das Mittelgewann und um Bürgerbegehren geht, auch an unsere Fraktion. Da unsere Fraktion Teil des Gemeinderats ist und der Gemeinderat kein klassisches Parlament, sondern Teil der Verwaltung, werden wir erst einmal abwarten, wie unser Bürgermeister als Chef der Verwaltung und als Vorsitzender unseres Gemeinderats antworten will oder geantwortet hat. Bisher liegt uns nichts vor.

 

Vorab: Wir begrüßen, dass die Verfassung unseres Landes Bürgerbegehren vorsieht. Wir sind sehr stolz und sehr dankbar, dass Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sich den Mühen eines Bürgerbegehrens ausgesetzt haben. Wir sind sehr froh und immer noch ein wenig überrascht, dass der Bürgerentscheid ein derart klares Ergebnis gebracht hat: für die Natur, für die Lebensqualität in unserer Gemeinde, für den ländlichen Charakter von Edingen-Neckarhausen, aber auch für die politische Lebendigkeit in unserer Gemeinde. Wir bewerten den Bürgerentscheid gerade beim Mittelgewann auch als eine Entlastung des Gemeinderats, da ja eine ganz ungewöhnlich hohe Zahl an Gemeinderäten bei der damaligen Entscheidung zum Bebauungsplan Mittelgewann wegen eigener Grundstücksinteressen befangen war, so dass es sehr sinnvoll war, dass die Bürgerinnen und Bürger gerade dort die Entscheidung an sich gezogen haben. 

 

Wir sehen mit großer Sorge, dass Teile des Gemeinderats mit Hilfe des Flächennutzungsplans schon wieder vorbereiten, sich über den klar geäußerten Willen der Bürgerinnen und Bürger hinweg zu setzen. Auch weil bei Abstimmungen über den Flächennutzungsplan die Befangenheitsregeln über Bebauungspläne nicht gelten, so dass über den Flächennutzungsplan auch diejenigen Gemeinderäte mit abstimmen konnten, die Interessen im Mittelgewann haben.

 

Wir freuen uns sehr über die vielen positiven Rückmeldungen engagierter Menschen – die viel mit dem „Weckruf“ Mittelgewann zu tun haben. Wir werden uns weiterhin mit ganzem Herzen für Bürgerbegehren einsetzen, wenn wir diese für sinnvoll halten. (uwa)

 

Energie CO2-neutral ­­– einige Antworten und viele neue Fragen

 

Artikel im der OGL im Mitteilungsblatt vom 24.01.2019

 

Bei unserer Veranstaltung am letzten Freitag waren etwa fast 30 interessierte Bürger*innen gekommen und erfuhren einiges über die innovative „Power-to-Gas“-Technik. Referent Peter Grohmüller warnte gleich zu Beginn seines Vortrages, dass die Zuhörer am Ende wahrscheinlich mit vielen neuen Fragen dastehen würden. Zuerst räumte Grohmüller mit der Vorstellung auf, Energie könne „erzeugt“ werden. Alle Energie auf der Erde stamme von der Sonne und werde nur umgewandelt. Pflanzen verwandeln mit Hilfe von Sonnenenergie das Kohlendioxid aus der Luft in Biomasse, die sich in Jahrmillionen zu Kohle, Erdgas und Erdöl verdichtet hat. Der Mensch verbrennt nun innerhalb weniger Jahrhunderte fossile Stoffe, die in Millionen Jahren von Pflanzen geschaffen wurden und lässt so den Kohlendioxidgehalt der Luft und damit die Temperaturen rasch ansteigen.

 

Der Charme der Power-to-Gas-Methode besteht darin, dass man damit Energie aus Sonne und Wind in die hochwertigen Energieträger Methan oder Wasserstoff umwandeln kann, wobei Methan den Vorteil hat, leicht transportabel und lagerfähig zu sein. Es kann auch einfach in das ausgedehnte Erdgasnetz eingespeist und unmittelbar als Treibstoff für Autos und LKW genutzt werden. Mit der Energie der Sonne kann so Kohlendioxid aus der Luft in einen praktischen Energieträger gespeichert werden, bei dessen Verbrennung nur ebenso viel CO2 entsteht, wie zuvor der Luft entnommen wurde.

 

Ob allerdings so der gewaltige Energiehunger der wachsenden Menschheit so gestillt  werden kann, zweifelte Altgemeinderat Spiridon Antoniou an. Ein anderer Gast wandte ein, dass der Wirkungsgrad der Methode noch gering sei. Auf diese Kostendiskussion wollte sich Grohmüller aber nicht einlassen und belegte, dass auch die konventionelle Stromproduktion Milliarden an Subventionen frisst und die drohenden Kosten des Klimawandels unkalkulierbar sind. Für ihn ist es die Stromerzeugung in profitorientierten privatwirtschaftlichen Unternehmen, die der Energiewende im Weg steht.

 

Für die OGL war der Vortrag auch eine Anregung, über eine Umsetzbarkeit dieser Technik im lokalen Rahmen nachzudenken, etwa in kombinierten Solaranlagen und Blockheizkraftwerken. (WH)

 

Biologische Vielfalt – Ein Vorschlag an die Gemeinde

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 30.01.2019

Das Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." ist ein Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen in Deutschland. Es stärkt die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen und rückt den Schutz der Biodiversität in den Blickpunkt.  Die Zukunftsvision des Bündnisses sind Kommunen als hochwertiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. 167 Gemeinden von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen haben sich zu diesem Bündnis zusammengeschlossen. Es bietet die Möglichkeit, als Kommune positiv auf sich aufmerksam zu machen. Als Plattform für interkommunalen Austausch und Kooperationen, bietet kommbio Kontakte und Ansprechpartner*innen rund um den kommunalen Naturschutz. Es informiert seine Mitglieder über aktuelle Entwicklungen im kommunalen Naturschutz und zeichnet jedes Jahr besonders innovative Naturschutzprojekte in den Mitgliedgemeinden aus.

 

2018 erhielt z.B. Karlsruhe der „Naturschutzpreis“ für seine hervorragende pädagogische Arbeit mit Kindern. Aus der Begründung: „Im Rahmen des Projekts „Schüler/innen erleben Naturschutz“ vermittelt die Stadt Karlsruhe Viertklässlern seit 2004 Umweltwissen in Kombination mit Naturerfahrung. In mittlerweile 17 Grundschulen findet jährlich eine Unterrichtseinheit zu Themen wie Landschaftsgeschichte oder Biotoppflege eines nahegelegenen Naturschutzgebiets statt. An einem Folgetag besuchen die Kinder das jeweilige Gebiet, leisten dort Pflegearbeiten und lernen heimische Pflanzen und Tiere kennen.“ 

 

Wir finden, die Gemeinde Edingen-Neckarhausen täte sich einen großen Gefallen, wenn Sie diesem Bündnis beitreten und von seinem enormen Potential profitieren würde. Deshalb wird unsere Gemeinderatsfraktion einen entsprechenden Antrag einbringen.

 

Mehr Informationen unter: kommbio.de  (LR)

 

Neu-Edingen lebt!

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 7.2,2019

 

Die Gemeinde will im nächsten Jahr 100.000 € für Spielplätze ausgeben. Die OGL begrüßt diesen familienfreundlichen Ansatz. Jetzt plant die Gemeinde die Überbauung des Spielpunktes in der Lilienstraße. Das passt nicht zusammen und würde einen strukturschwachen Ortsteil weiter entwerten.

 

Edingen-Neckarhausen besteht aus drei Ortsteilen; Edingen, Neckarhausen und Neu-Edingen. Edingen und Neckarhausen erfreuen sich einer gewachsenen Infrastruktur mit Läden, Schulen, Restaurants und Spielplätzen. Neu-Edingen ist anders. Besonders auf der Edinger Seite der Autobahn halten sich die Möglichkeiten, im Ortsteil etwas zu erleben, sehr in Grenzen. Einen Bahnhof gibt es, damit man andere, lebendigere Orte aufsuchen kann, und einen Bus gibt es auch. Einmal stündlich, und am Wochenende noch seltener, fährt er ins Gewerbegebiet, nach Neckarhausen und  nach Seckenheim die Neckarhäuser Straße entlang.  (Diese bekam neulich negative Aufmerksamkeit in der Rhein-Neckar-Zeitung, da sie stark befahren ist. Am Bus wird es nicht gelegen haben!) Dennoch gibt es Menschen, die gerne in Neu-Edingen wohnen. Viele von ihnen haben ein Haus und einen Garten - aber nicht alle. Für Kinder, die in Haushalten ohne Garten aufwachsen, sind Spielplätze umso wichtiger, denn wo sonst sollen sie spielen? Auf der Straße? Am östlichen Ende der Lilienstraße gibt es ein Gelände, wo Kinder spielen können. Es gibt einen Rasen, eine Schaukel, zwei andere kleine Schaukelgeräte und eine ziemlich schmuddelige Sitzecke aus Beton. Dieses Stück Land hat Potenzial. Man könnte es umzäunen und es schön gestalten. Man könnte die Büsche zurück schneiden, die Sitzecke durch Holzbänke ersetzen und zur Bewegung anregende Geräte (z.B. Kletterwände oder im Boden eingelassene Trampoline) anbringen. Stattdessen will die Gemeinde den - so gut wie einzigen - Tobeplatz und Treffpunkt für Kinder in Neu-Edingen aufteilen und den attraktiveren Teil als Bauland verkaufen. Übrig bliebe eine kleine Schneise zwischen Lilienstraße und Friedrichsfelder Straße, die jedoch, nach Aussage des Bauamtes, als Spielpunkt aufgewertet werden sollte. Ob sich der Aufwand nach der geplanten "Amputation" lohnen würde ist fraglich.

 

Sollte diese Vorhaben vom Gemeinderat genehmigt werden, würde man die Chance verspielen, mit einfachen Mitteln den Ortsteil Neu-Edingen lebendiger und familienfreundlicher zu machen. (JE)

 

Von der Notwendigkeit einer ökologischen Landwirtschaft

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 14.02.2019

Zur Erhaltung unserer Artenvielfalt von Insekten und Vögeln brauchen wir mehr ökologische Landwirtschaft. Unsere Landwirte in Edingen-Neckarhausen scheinen noch nicht recht davon überzeugt.

Sie bewirtschaften das Land, ihr eigenes, aber auch das gepachtete, konventionell. Sie fürchten die Umstellungsphase von drei Jahren, auch wenn in dieser Zeit weiter verkauft werden kann und die Umstellung sogar gefördert wird. Das kann so nicht weitergehen: Der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung werden dramatische Verluste an Vielfalt und Anzahl von Tieren und Pflanzen zugeschrieben. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat zur Folge, dass sich die Erträge etwa  beim Winterweizen von 1949 bis 2011 nahezu verfünffacht haben. Dem gegenüber steht aber der Rückgang der Feldlerche um 34%, des Kiebitzes um 75% und des Rebhuhnes gar um 94% (im Zeitraum 1990 bis 2009). Das Insektensterben hat mittlerweile gefährdende Ausmaße angenommen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien aus Deutschland und ganz Europa zeigen massive Rückgänge wichtiger Insektengruppen. Ein Beispiel von vielen: Die ornithologische Beobachtungsstation am Randecker Maar dokumentiert seit dem Jahr 1972 auch den Herbstzug der Schmetterlinge. Dabei wurde z.B. beim Kohlweißling ein Rückgang von mehr als 1000 Exemplaren/Tag auf kaum 20 Exemplaren/Tag beobachtet. Beim Tagpfauenauge ist der Verlust noch größer: von früher mehr als 400 Exemplaren konnte nur noch etwa ein Exemplar pro Tag gezählt werden. Und auch diese Zahl bedeutet ein dramatisches Warnsignal: die Insektenbiomasse ging in 27 Jahren um 76,6% zurück. In der Folge gehen auch das Bestäuben der Pflanzen und damit der Ertrag der Landwirtschaft zurück.

 

Als Ursachen für diese Entwicklung werden genannt: die Monotonisierung und Intensivierung in der Landwirtschaft, der Verlust von Ackerlandstrukturen, der Umbruch von Grünland in Ackerland, die Eutrophierung und die Vergiftung durch Pestizide. Für eine Form der Insektizide, die Neonicotinoide, ist die hohe Schädlichkeit für Honigbienen eindeutig nachgewiesen. Eine EPSA-Studie belegt aber auch gesundheitsschädigende Auswirkungen dieser Gifte auf Menschen.

 

Das heißt: wir können nicht weiter tatenlos zusehen. Auch auf kommunaler Ebene muss gehandelt werden. In dem vom Gemeinderat bewilligten Klimaschutzkonzept wurde die Entwicklung einer Dachmarke "Landbau ökologisch und fair in Edingen-Neckarhausen" für das Jahr 2019 beschlossen. Die Umsetzung dieses Beschlusses werden wir demnächst im Gemeinderat beantragen (TH).

 

OGL verabschiedet Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl

Artikel im Mitteilungsblatt vom 28.02.2019

Auf der gut besuchten Nominierungsveranstaltung im DJK-Clubhaus „Winzli“ verabschiedete die OGL am vergangenen Freitag ihre Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 26. Mai. In altbewährter grüner Manier sind auf dieser Liste Männer und Frauen gleichermaßen und in abwechselnder Reihenfolge vertreten. Wir sind froh, den Wähler*innen ein abwechslungsreiches, in vielen Lebensbereichen kompetentes Team zur Wahl stellen zu können. Auf der Liste findet sich die Krankenschwester genauso wie der Energiespezialist, die Betriebswirtin, die Einzelhandelskauffrau und der Literaturwissenschaftler. Bei der kurzen Selbstvorstellung hoben die Kandidat*innen hervor, was sie persönlich dazu bringt, sich politisch bei der OGL zu engagieren. Natürlich stehen die Themen „Naturschutz“ „ökologische Landwirtschaft“ und „Klimawandel“ im Zentrum, aber es geht auch um sozialverträgliches, gesundes Bauen, die Verkehrswende, den Umgang mit Geflüchteten und Zuwanderern in unserer Gemeinde und ganz umfassend um die Stärkung unserer Demokratie, die in diesen Tagen Herausforderungen ausgesetzt ist, die wir überwunden glaubten.

 

Viele Kandidat*innen sind in der Gemeinde seit vielen Jahren bekannt und schöpfen aus ihren Erfahrungen in der Gemeinderatsarbeit, andere sind relativ neu in der Gemeinde und glauben, dass es sich lohnt, sich für ihr neues zu Hause auch politisch zu engagieren. Das macht Hoffnung. — (LR)

 

24 für Edingen-Neckarhausen

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 21.02.2019

Klima, Kultur, Energie, Natur, Mobilität, wohnen, lernen, gesund essen … — so vielfältig wie das Leben ist das Engagement unsere 22 Kandidat*innen und 2 Ersatzkandidat*innen für die Gemeinderatswahl. Wir kommen aus verschiedenen Altersschichten und Lebensumständen, und es eint uns ein Wunsch: Das Leben in Edingen-Neckarhausen mitzugestalten und ein wenig besser zu machen.

 

Denn es gibt viel zu tun in den nächsten Jahren: Die Schule muss saniert werden. Wir brauchen intelligente Lösungen für die Kinderbetreuung. Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft muss vorangebracht werden. Die Verkehrs- und Energiewende muss lokal gestaltet werden. Und vieles andere mehr.

 

All das braucht Gemeinderätinnen und Gemeinderäte die klare Ziele vor Augen haben. Daher laden wir alle interessierten Bürger*innen ein, uns im Rahmen unserer Nominierungsveranstaltung kennenzulernen.

 

Sie findet am Freitag, den 22. Februar 2019 ab 19 Uhr im DJK-Clubhaus „Winzli“, in der Neckarstraße 45 in Neckarhausen statt.  (LR)

 

Gemeinderat: Chance verpasst – eine Entscheidung gegen unsere Jugend

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 07.03.2019

 

Sie sind berühmt geworden, die Demonstrationen unserer Schülerinnen und Schüler an den Freitagen für mehr Klimaschutz. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hat dieses Engagement als „sehr gute Initiative“ bezeichnet. Und was geschieht bei uns in Edingen-Neckarhausen? Der Gemeinderat trifft eine Entscheidung, die den Klimaschutz kein Stück voranbringt und damit auch die Anliegen unserer Jugend ignoriert. Worum geht es? Bei der Sitzung am 20.02. stand eine Entscheidung über die Stromlieferung für unsere Gemeinde und ihre Einrichtungen zur Diskussion. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich (gegen unsere Forderung in der Sitzung) Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen, aber ohne „Neuanlagequote“. Was bedeutet das? „Ökostrom“ ohne Neuanlagequote stammt überwiegend aus älteren und schon lange abgeschriebenen Wasserkraft­werken. Dadurch bringt der Bezug von Strom aus diesen Kraftwerken keinerlei zusätzlichen Umweltnutzen. Bei Ökostrom „mit Neuanlagenquote“ dagegen stammt ein Drittel des Stroms aus Anlagen, die nicht älter als sechs Jahre sind, ein weiteres Drittel aus Anlagen, die nicht älter als 12 Jahre sind. Dadurch wird der dringend notwendige Anreiz zum Bau neuer Anlagen erzeugt. Zitat Verbraucherzentrale: „Die Energiewende bringt vor allem der Bau weiterer Anlagen zu erneuerbarer Stromerzeugung voran. Keinen zusätzlichen Umweltnutzen hat zum Beispiel der Verkauf von Strom, der aus alten Wasserkraftanlagen erzeugt wird.“ Genau diesen Weg hat der Gemeinderat aber nun beschlossen! Da nützte es auch nichts, dass die UBL-FDP/FWV-Fraktion an die örtliche Initiative unserer „Ökostromer“ erinnerte, die mit ihren Projekten regelmäßig auf den vordersten Plätzen z.B. der Zeitschrift „Öko-Test“ zu finden ist und damit ein großartiges Alleinstellungsmerkmal für unsere Gemeinde darstellt. Sie sollten nicht eingebunden werden – ebensowenig unsere Klimaagentur KliBA. Und das Geld? Im Haushaltsplan sind an Stromkosten für das Haushaltsjahr 217.000.- € veranschlagt. Nach der amtlichen Niederschrift über die Gemeinderatssitzung bringt der Verzicht auf die Neuanlagequote eine Einsparung von 3000.- €. Geht man von der Richtigkeit dieser Angabe aus, ergibt das eine Einsparung von gerade mal 1,38%. Ist uns die Energiewende nicht einmal 1,38% der Stromkosten wert? Das verstehe wer will. (TH)

 

Mobilität   +   Verkehr – Die ungleichen Geschwister: Ein Denkzettel von Christian Irmisch Mitarbeiter bei Siemens Mobility GmbH – Freitag, 22. 3., 19 Uhr, Rathaussaal in Edingen.

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 14.03.2019

 

Mobilität“ ist auch in unserer Gemeinde seit Jahr und Tag ein viel diskutiertes Thema. In den nächsten Jahren wird es um die Gestaltung einer tiefgreifenden Wende gehen: weg vom individuellen Autoverkehr und hin zu verstärkter Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr. Im Wahlprogramm fordern wir deshalb den Ausbau von sicheren Radwegen in der Gemeinde und die bessere Vernetzung und Taktung der ÖPNV-Angebote, insbesondere für Neckarhausen und Neu-Edingen. In den letzten Jahren wurde einiges erreicht, was wir seit Jahrzehnten gefordert haben, wie z.B. Tempo 30 auf der Hauptstraße. In den kommenden Jahren gilt es, weiter zu denken. Deshalb haben wir einen ausgewiesenen Verkehrsexperten eingeladen, der uns von seinen Ideen erzählen und mit uns darüber diskutieren wird.

 

Christian Irmisch ist seit fast 30 Jahren in der Bahnbranche als Projektleiter und im internationalen Vertrieb von Regionalzügen tätig. Er beschäftigt sich darüber hinaus intensiv mit vielen Aspekten der Mobilitätswelt. Das tut er auch in seiner Freizeit als Mitglied einer Bürgerinitiative in Bamberg. Bis 1998 hat er Edingen-Neckarhausen gelebt. Er schreibt: „Die zunehmende Mobilität in unserer Gesellschaft und der daraus resultierende Verkehr sind das Ergebnis einer zunehmenden räumlichen Arbeitsteilung, aber auch weltweiter Reiselust. Fluch und Segen liegen hierbei dicht beieinander. Solange Transportkosten eine untergeordnete Rolle spielen, weil die Folgekosten des Verkehrs nicht den Verursachern zugerechnet werden, ermöglicht die globale und lokale Arbeitsteilung ungeahnte Produktivitäts- und Wohlstandsgewinne – leider nicht immer für alle Beteiligten. Neben einem nicht ganz unparteiischen Überblick über das Wesen des Verkehrs werden verschiedene Aspekte aus der aktuellen öffentlichen Diskussion über Verkehr, Mobilität und Klima betrachtet und diskutiert.“ Nach den Vortrag soll im offenen Gespräch der Bezug zu lokalen Verkehrsthemen wie z.B. Parkraumbewirtschaftung hergestellt werden. Wir hoffen auf einen spannenden und diskussionsreichen Abend. (LR)

 

„Aktive Mobilität“ statt Blechlawinen

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 28.03.2019

 

Sehr erfreulich war die Resonanz auf unsere Veranstaltung zur Mobilität am letzten Freitag. Es kamen viele Interessierte und es gab eine fruchtbare Diskussion zu dem spannenden Vortrag von Christian Irmisch, der mit der Erfindung der Dampfmaschine begann und schnell zu den Problemen der heutigen Zeit kam. Wird auch heute wieder nur an das technisch Machbare gedacht und nicht an Nachhaltigkeit? Nach seiner Ausführungen beruhte die Entwicklung des Straßenverkehrs in der heutigen Form auf falschen Annahmen. Zum Beispiel: Ressourcen an Energie und Rohstoffen seien unbeschränkt verfügbar. Oder: die Verbrennung beliebiger Mengen an fossilen Treibstoffen sei unschädlich für Mensch und Atmosphäre. Heute wissen wir es besser – und dennoch bewegt sich zu wenig. Als Ingenieur erläuterte er uns folgende einfache und zugleich sehr interessante Erkenntnis: es ist wie beim Wasser oder beim Strom: die Menge des fließenden Verkehrs hängt vom Widerstand der Straße ab. Wird der Widerstand verringert, fließt auch mehr Verkehr! Was schließen wir daraus? Wird der Straßenraum knapper und der Autoverkehr erschwert und damit der Widerstand vergrößert, werden auch andere Lösungen angenommen. Dann ist die Bereitschaft zur eigenen „aktiven Mobilität“ (z.B.: Rad fahren) oder zur Nutzung des ÖPNV deutlich höher. Er nannte ein Beispiel aus Utrecht, wo Wohngebiete mit dem Ziel konzipiert werden, dem Rad- und Fußverkehr weitgehend Vorrang einzuräumen. Auch beim anschließenden Gespräch haben wir viel gelernt. Man könnte fast sagen: zusätzlich zu unserem sehr guten Klimaschutzkonzept bräuchten wir eigentlich auch ein eigenes „Mobilitätskonzept“ für unsere Gemeinde. Die Präsentation zum Thema ist auf unserer Homepage zu finden. (TH).

 

Allmende – was ist das? Ein spannender Vortrag mit Diskussion

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 18.04.2019

 

Gemeinderat Rolf Stahl begann seinen Vortrag mit einer kleinen Anekdote: Ein über 90-jähriger Edinger antwortete auf die Frage, ob er etwas über die Allmende wisse, mit dem Satz: „Allmend – bald am End“ und erklärte dann, dass die Allmende noch bis 1947 in der Gemeinde den mittellosen alten Menschen dazu diente, sich noch etwas Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen, wer also auf die Allmende angewiesen war stand meist kurz vor dem Ende.

 

Drei Motive nannte Rolf Stahl für sein Interesse am Thema Gemeingüter: Die große Schadstoffbelastung des Neckar, ein Zitat von Bob Hopkins „Handeln vor Ort kann die Welt verändern!“ und seine Beschäftigung mit indigenen Völkern. So die Aussage eines mongolischen Nomaden: „Wie kann man Land kaufen, wenn man es nicht mit sich nehmen kann? Dann könnte man ja auch den Mond besitzen.“ Tatsächlich gehört neben Luft, Wasser, Boden, den Urwäldern und den Ozeanen auch der Weltraum zu den Gemeingütern, die eigentlich allen Menschen zur Verfügung stehen sollten. Bis zum Beginn der Neuzeit gab es neben dem herrschaftlichen Land noch viele Allmenden sei es in Form von gemeinschaftlich genutzten Land oder als Fisch- bzw. Jagdrechte. Ab dem15.Jahrhundert eigneten sich in Deutschland und England weltliche Herrscher die Gemeindeflächen an (Allmende-Raub). Das Problem bei der gemeinsamen Nutzung solcher Güter ist, dass eine Übernutzung und ein Missbrauch dem Einzelnen wirtschaftlich nützen, aber der Schaden betrifft alle. Die Verschmutzung von Flüssen nützt einem einzelnen Betrieb, aber der Schaden verteilt sich auf die ganze Bevölkerung. Deshalb kann ein gemeinsames Eigentum an solchen Gütern nur nachhaltig allen zugutekommen, wenn es klare Regeln gibt, die auch durchgesetzt werden. In der heutigen Zeit, in der die Erde für die wachsende Anzahl von Menschen nur noch begrenzte Ressourcen bietet, wirkt sich die egoistische Aneignung der Gemeingüter katastrophal aus.

 

Die angeregte Diskussion führte unter anderem auf die aktuelle Debatte um die Enteignung von überteuerten Wohnungen und auch auf die Verantwortung der Landwirte für die Erhaltung der Natur und des Trinkwassers. Die Idee der Allmende kann die weitere Diskussion gewiss befruchten. (WH)

 

Mittelgewann – sein Schutz endet schon im nächsten Frühjahr

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 25.04.2019

 

Auf unsere Nachfrage bei der letzten Gemeinderatssitzung hat die Gemeindeverwaltung unsere Befürchtung jetzt offiziell bestätigt: die Sperrwirkung des Bürgerentscheides zum Schutz des Mittelgewannes endet bereits im Frühjahr nächsten Jahres, nämlich genau am 26. März. Auch seine Einstufung im Flächennutzungsplan könnte der Gemeinderat nach dieser Auskunft ändern. Mit anderen Worten: der neue Gemeinderat könnte eine umfassende Bebauung des Mittelgewanns viel früher ermöglichen, als dies vielen wirklich bewusst ist. Das ist auch wahrscheinlich: am 20. Juni letzten Jahres hat der amtierende Gemeinderat die unselige Hau-Ruck-Politik fortgesetzt, die zum Bürgerentscheid im März 2017 geführt hat: mit einer hauchdünnen Mehrheit hat er eine umfassende Bebauung des Mittelgewannes beschlossen. Damit steht dieses Filetstück der Natur und der Naherholung womöglich sehr bald wieder erneut zur Disposition. Die Eigentümer, die bereits jetzt durch Abholzungen Fakten schaffen wollten, werden sich die Hände reiben. Nicht dass wir falsch verstanden werden: wir sehen sehr wohl, dass es erheblichen Wohnraumbedarf in unserer Gemeinde gibt. Und wir sind dafür, dass diese Problematik nachhaltig gelöst wird. Wir sind zum Beispiel die einzige Fraktion im Gemeinderat, die dieser Thematik im letzten Jahr sogar eine eigene Veranstaltung gewidmet hat (am 21. September). Aber wir können und wollen es nicht hinnehmen, dass ein neu gewählter Gemeinderat mehrheitlich eine Politik des „Bauens um jeden Preis“ durchsetzt. Es ist nicht akzeptabel, dass Bebauungspläne regelmäßig im sog. „beschleunigten Verfahren“ durchgepeitscht werden und dabei auf die sonst übliche Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes verzichtet wird. Bisher noch weitgehend übliche Denkungsweisen sind nicht dazu geeignet, den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Eindämmung des Landschaftsverbrauches ist nicht nur für den Natur- und Artenschutz notwendig, sie dient letztlich auch dem Klimaschutz. Ein „Weiter so wie bisher“ ist nicht akzeptabel. Das müssen wir – auch und gerade beim Mittelgewann - ändern. (TH)

 

Unsere Radtour zu den Biotopen am Sonntag 5. Mai

 

Viel zu lernen gab es Anfang Mai bei der Radtour der OGL zu den Edinger und Neckarhäuser Biotopen. Es begann mit der physischen Erfahrung des Unterschieds zwischen Wetter und Klima, Statistik und Einzelereignis, an diesem eiskalten Sonntagmorgen im Wonnemonat Mai in Zeiten des Klimawandels. Nach kurzem Warmradeln erreichte die Gruppe die Gemarkungsgrenze im Süden von Edingen, einen Ort, an dem auch manche langediente Edinger in ihrem Leben noch nicht waren. Hier gibt es ein kleines Unikum zu besichtigen, das dem unbedarften Spaziergänger gar nicht auffallen kann: das Ausgleichsbiotop für das Bebauungsgebiet „Bäkowiese“ in Neckarhausen. Wenn, so lernen wir, eine Gemeinde irgendwie Beton auf die Erde legen will, um zu bauen, dann muss sie dafür einen Ausgleich definieren. Dazu hat sie ein Punktekonto. Bäkowiese in Neckarhausen zubauen bedeutet Punkteabzug. Dafür ein Biotop im Edinger Süden als Ausgleich definieren, und schon ist wieder alles gut, denn der Punktestand bleibt „im grünen Bereich“. Aktiv unternehmen muss die Gemeinde da noch lange nichts, kann sie aber, wenn sie will.

 

Vorbei geht es an den sogenannten Blühstreifen, die schön anzusehen sind, in ihrer Mehrheit und durch ihre Funktionsweise aber kaum als Ersatz für eine echte Vernetzung von Biotopen zu sehen sind. Und schon haben wir den nächsten Begriff zu verdauen, denn was bitte ist ein „Nullbiotop“? Das sind Biotope auf privaten Flächen, in denen es bisher keinerlei Eingriff gegeben hat. Sie entstehen oft dadurch, dass sich eine Besitzergemeinschaft einfach nicht über die Art der Nutzung einigen kann. Für das Punktekonto der Gemeinde zählen sie nicht, sind aber dennoch ein Glücksfall für Mensch und Natur.

 

Auf dem weiteren Weg sehen wir ein Stück, auf dem der Rasen völlig verbrannt ist, daneben ein tiefgrünes Feld. Der Laie denkt sich nichts weiter dabei, aber hier hat der Bauer vergessen die Giftspitze abzustellen, als der am Feldrand wendete. Der Rasen verbrennt, man fragt sich warum die Pflanzen das scheinbar problemlos wegstecken.

 

Und weiter geht es nach Norden. Stolz zeigen uns die NABU-Mitglieder in unsere Fahrradgruppe den zukünftigen Modellgarten, den der NABU zur Verfügung gestellt bekommen hat. Die Vermessungspfähle stecken schon, bald soll es losgehen. Kurz danach werfen wir einen Blick auf das Gelände der „Freizeitfarmer“ wo Privatleute kleine Parzellen saisonweise mieten können, um nach ökologischen Grundsätzen ihr Gemüse anzupflanzen. Warum nur, so fragen wir uns, ist es in unserer Gemeinde so schwer, den Einstieg in den ökologischen Landbau auf kommerzieller Ebene zu finden?

 

Inzwischen sind wir gut warmgeradelt und erreichen den Aserdamm in Neckarhausen. Im ersten Teil fahren wir durch eine fast dschungelartige Landschaft, durch die sich ein schmaler Weg schlängelt. Plötzlich ist Schluss mit Romantik, denn das Unterholz ist rausputzt, die Hecken und Bäume sind sauber beschnitten, der Weg ist verbreitert. Sieht sehr sauber und ordentlich aus, aber wozu das alles? Was ein Biotop wertvoll macht, wurde hier weitgehend beseitigt. Es mag dafür gute Gründe geben, wir wollen noch herausfinden, welches es sind.

 

Nach fast drei Stunden Fahrt haben wir genug von der wonnigen Kälte und besprechen alles Weitere in der Gaststätte „Piscina“.

 

 

Mobil auch ohne Auto? Am besten mit dem Rad!

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 02.05.2020

 

In der öffentlichen Diskussion zeichnet sich deutlich ab, dass sich auch bei unserer Mobilität einiges ändern muss, wenn wir die Ziele im Klimaschutz erreichen wollen. Die bisherigen technischen Innovationen haben zwar die Effizienz der Motoren verbessert, doch immer mehr schwerere PKW machen den Effekt zunichte. Auch das Elektroauto wird unser Klima nicht retten, denn bei der Produktion wird ebenfalls viel CO2 erzeugt und werden massenhaft wertvolle Rohstoffe verbraucht.

 

Was wir brauchen, ist eine andere Mobilität, die sich weniger auf das Automobil stützt und mehr auf Bahn, Bus, Fahrrad und die eigenen Füße. Wir glauben, dass dies möglich ist, ohne Verlust an Lebensqualität, ja sogar mit einem Gewinn an gesunder Bewegung, weniger Stress und mit dem Erfolg, dass unsere Belastungen durch schlechte Luft und Lärm sich vermindern.

 

Dazu müssen wir zuerst die Möglichkeit schaffen, dass die Menschen anders vorankommen: Zu Fuß gehen muss gefahrloser und angenehmer, Fahrradwege müssen breiter und sicherer werden. Beim ÖPNV sind wir in Edingen mit der OEG (Linie 5) schon sehr gut aufgestellt. Allerdings fehlt es in Neckarhausen und Neu-Edingen noch an Verbindungen. Stündlich ein Bus ist zu wenig.

 

Doch zu einem großen Teil ist es auch Gewohnheitssache, wie man sich fortbewegt. Wer die Erfahrung macht, dass Bewegung an der frischen Luft die Stimmung hebt, Gesundheit und Selbstbewusstsein stärkt, der fährt auch gern ein paar Kilometer mit dem Fahrrad.

 

Die Aktion „Stadtradeln“, an der der Rhein-Neckar-Kreis und auch unsere Gemeinde teilnehmen, bietet vom 18. Mai an bis zum 7. Juni die Gelegenheit, sich selbst in einem Team zu beweisen, dass es auch ohne Auto geht. Es geht darum, mit seinem Team in dieser Zeit möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen, egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit. Es gibt Ruhm und Ehre und vor allem viel Spaß zu gewinnen. Gründen auch Sie ein Team oder schließen Sie sich einer Gruppe an und radeln Sie mit! Auch die OGL macht mit. Infos unter: www.stadtradeln.de. (WH)

 

 

 

Facettenreiche Kandidat_innenvorstellung der OGL in der gut besetzten Orangerie

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 09.05.2019

Wach sein und dran bleiben; äußeres und inneres Klima; Menschen-Tiere-Pflanzen - das waren die zentralen Themen der kurzweiligen OGL-Kandidatenvorstellung am vergangenen Samstag in der Orangerie im Schlosspark Neckarhausen.

 

Moderiert von Kandidat Ulf Wacker präsentierten sich zunächst die aktuellen OGL-Gemeinderäte Thomas Hoffmann, Anne Heitz, und Rolf Stahl. Sie benannten als besonders wichtige Ziele ihrer Arbeit Klima- und Naturschutz auf lokaler Ebene und als zu erwartende große Herausforderung die Schaffung von flächenschonendem bezahlbarem Wohnraum. Fraktionssprecher Thomas Hoffmann: „Klimaschutz-Parolen haben inzwischen ja alle. Wenn es aber darum geht, hier vor Ort für die Natur wirklich etwas zu tun, also z.B. den bestehenden Klimaschutzplan umzusetzen, sind wir diejenigen, die dranbleiben und pushen.“

 

Dann waren die Newcomer auf aussichtsreichen Listenplätzen dran: Birgit Jänicke, Jenny Elster, Dr. Joachim Franz, Julie Kiepe, Stefan Brendel. Sie erinnerten daran, dass Artenschutz direkt vor der Haustür anfängt und dass wir auch als Gemeinderäte im Auftrag der kommenden Generationen handeln. Jenny Elster stellte sich mit einem Crashkurs in Schwedisch vor, unter anderem machte sie uns mit den Begriffen „Klimatsmart“ und „hemmablind“ bekannt. (das erste als Orientierung, das zweite als freundliche Mahnung, auch mal über den Tellerrand der Heimat zu blicken).

 

Und schließlich äußerten sich die Kandidat_innen, die schon lange in der Gemeinde politisch aktiv sind: Walter Heilmann, Brigitte Häusle und Lutz Rohrmann. Sie erinnerten an das leidige Thema Verkehr und an das innere Klima der Gemeinde. Brigitte Häusle: „Zu einem guten inneren Klima gehört das Verhältnis zu den Migranten. Egal ob sie schon seit Jahrzehnten hier sind oder erst seit wenigen Monaten. Daran müssen wir weiter arbeiten.“

 

Da auch die Sonne herausgekommen war und durch die großen Fenster der Orangerie drang, verweilten Gäste und Kandidatinnen gerne noch ein wenig plaudernd zur perfekt auf unsere Veranstaltung abgestimmten Musik von Knopf Music unplugged. Lieber Helmut Knopf, vielen Dank dafür! (uwa)

 

WIE wollen wir wohnen?

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 16.05.2019

 

Seit der vergangenen Woche liegt der Bebauungsplan „Wingertsäcker – Teiländerungsplan VI (Wiese)“ zur Einsicht aus (auch im Netz). Menschen, die sich für die Zukunftsentwicklung unserer Gemeinde interessieren, treibt es, je nach Naturell, die Tränen in die Augen oder die Zornesröte ins Gesicht. Dieser Plan enthält nicht eine einzige Idee zur Weiterentwicklung in unserer Gemeinde. Geplant sind (weitgehend) Reihenhäuser („mit max. 2 Wohnungen“ – will sagen vermutlich Einfamilienhäuser). Das radikale Weiter-So! Wohnungen für Menschen mit kleinerem Geldbeutel, die unter der gegenwärtigen Mietenentwicklung leiden, wird es hier nicht geben. Der Clou kommt aber unter Punkt 4.3: „Die Stellplatzverpflichtung gem. § 37 Abs. 1 LBO wird erhöht. Es sind je Wohnung 2 ‚notwendige‘ Stellplätze nachzuweisen. Diese Erhöhung gegenüber dem Standard der Landesbauordnung ist dem allgemeinen Zuwachs an Fahrzeugen je Haushalt geschuldet. Insbesondere in Baugebieten, die nicht oder nur schlecht an den ÖPNV angeschlossen sind, steigt die Zahl der Fahrzeuge je Haushalt und damit auch die Nachfrage nach Stellplätzen je Wohnung.“

 

Was sagt uns das? Den Wahlprogrammen fast aller Parteien am Ort zum Trotz, soll sich nichts ändern. Es wird davon ausgegangen, dass der ÖPNV für Neckarhausen in den kommenden Jahrzehnten so bleibt wie er ist und der Verkehr nicht nur einfach zunimmt, sondern die Zunahme sogar durch die Planung der Gemeinde gefördert wird. Wer Zeitung liest und Fernsehen schaut, weiß, dass es so nicht weitergehen kann und dass überall Profis darüber nachdenken, wie wir anders planen und bauen können. Es wird Zeit, dass Edingen-Neckarhausen sich aktiv an diesem Prozess beteiligt und eine Kreativwerkstatt „Ortsplanung und Bauen“ ins Leben ruft, um, in Fortführung und Konkretisierung der „Zukunftswerkstatt“ Konzepte für modernes Wohnen zu entwickeln, die z.B. den Verzicht auf das Auto erleichtern. (LR)

 

 

Wählen gehen

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 24.05.2019

 

Es waren spannende fünf Jahre für uns seit den letzten Wahlen zum Gemeinderat im Jahre 2014. Und wir können auch sagen, dass wir Einiges erreicht haben. Im Naturschutz: die Gemeinde hat erfolgreich beim Wettbewerb „Natur nah dran“ teilgenommen und sich dazu bereit erklärt, dem „Bündnis für biologische Vielfalt“ beizutreten. Beim Klimaschutz: wir haben ein qualifiziertes Klimaschutzkonzept hinbekommen, mit dessen Umsetzung in wichtigen Punkten auf unser Nachhaken endlich begonnen wurde. Beim Lärmschutz: auf unsere Initiative wird der Lärmaktionsplanung nun fortgeschrieben; damit ist eine weitere Reduzierung der Verkehrslärmbelastung zu erwarten. Bei der Bürgerbeteiligung: den Bürgerentscheid zum Schutz des Mittelgewanns haben wir maßgeblich unterstützt und damit auch ein Umdenken in der Verwaltungsspitze erreicht; keine Hauruck-Entscheidungen mehr, sondern eine weit bessere Berücksichtigung des Bürgerwillens. Dennoch ist noch viel zu tun und stehen wichtige Aufgaben vor uns: bei der Realisierung des Klimaschutzes dürfen wir nicht stehen bleiben, sondern müssen weitermachen. Eine wesentliche Ursache für das entsetzliche Artensterben wird in den Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft und dem damit verbundenen Einsatz von Pflanzen- und Insektengiften gesehen. Auch wenn uns hier heftiger Gegenwind ins Gesicht bläst: wir geben nicht auf mit unserem Ziel, eine ökologische Landwirtschaft in unserer Gemeinde hinzubekommen. Auch die Radwegsituation ist – z.B. im Hinblick auf den Schülerverkehr – unbefriedigend. Hier sind aber schon Lösungsansätze von uns initiiert, die voraussichtlich erfolgreich sein werden. Dennoch bleibt das dicke Brett ÖPNV, das auch im Hinblick auf das neue Baugebiet in „Neckarhausen Nord“ dringend gebohrt werden muss. Die gestaltende politische Arbeit im sozialen Miteinander – wie bei der „Zukunftswerkstatt“ und der „Agenda 21“ – müssen wir nicht nur beibehalten, sondern fortentwickeln. Auf den Wohnraumbedarf muss angemessen reagiert und eine gute Kinderbetreuung muss gesichert werden. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Mehr dazu auf https://www.offen-grün-lebenswert.de. Dabei werden wir in den kommenden fünf Jahren auf die Zusammenarbeit und Unterstützung aller Interessengruppen einschließlich der anderen Fraktionen angewiesen sein. Das hat in der Vergangenheit immer wieder ganz gut funktioniert und lässt uns deshalb hoffen. Jetzt sind Sie, liebe Leserinnen und Leser an der Reihe: schenken Sie uns Ihr Vertrauen.

 

 

Nach der Wahl

 

Artikel der OGL vom 29.05.2019

 

Herzlichen Dank allen Wählern, die ihr demokratisches Recht ausgeübt haben und bei der Europawahl mit der hohen Wahlbeteiligung ein Zeichen gesetzt haben. Ob es bei den Kommunalwahlen für unsere Offene Grüne Liste Gewinne oder Verluste gegeben hat, wissen wir bei Redaktionsschluss noch nicht, auch nicht, wie sich die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat entwickelt haben.

 

Doch unabhängig davon blicken wir auf einen intensiven und schönen Wahlkampf zurück mit inhaltsvollen Diskussionen um unser Programm, interessanten Begegnungen und Gesprächen mit Wählerinnen und Wählern, Mitbewerbern und Kritikern unserer Politik.

 

Wir sind froh, dass es keinen schmutzigen Wahlkampf gab und alle respektvoll miteinander umgingen. Bei allen Unterschieden gab es eine bemerkenswerte Einigkeit in Bezug auf übergreifende Ziele wie Klimaschutz, Artenschutz, Ausbau der Radwege und des Öffentlichen Nahverkehrs sowie verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzen. Das gibt uns Hoffnung, dass im neuen Gemeinderat eine konstruktive Zusammenarbeit der Fraktionen zum Besten der ganzen Gemeinde möglich sein wird.

 

Unsere Gruppe ist aus den gemeinsamen Anstrengungen im Wahlkampf gestärkt hervorgegangen, nicht nur die „alten Kämpen“, auch erst neu zu uns gestoßene Mitstreiter haben großartiges Engagement bewiesen und mit ihren Ideen frischen Wind in unsere Kampagne gebracht. Egal, ob unsere Fraktion zahlenmäßig größer wird oder nicht, sie wird noch mehr als zuvor unterstützt von einer engagierten Gruppe, die an der Erarbeitung von politischen Konzepten aktiv mitarbeitet.

 

Daher ein herzliches Dankeschön an alle, die unseren Wahlkampf mit Interesse begleitet oder aktiv unterstützt haben und auf eine gute Zusammenarbeit in der Zukunft.(WH)

 

 

Neuanfang im Gemeinderat

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 06.06.2019

Die Wahl hat die Verhältnisse im Gemeinderat gründlich durchgerüttelt. Wir von der OGL gehen gestärkt aus der Wahl hervor und können mit einer starken und kompetenten Fraktion in das Gremium einziehen: Mit Anne Heitz und Birgit Jänicke ist es uns gelungen, Frauen nicht nur auf der Liste gut zu platzieren, sondern auch in den Gemeinderat zu bringen. Darüber sind wir sehr froh. Anne Heitz konnte in ihrer kurzen Zeit als Nachrückerin viele Sympathien gewinnen und wurde sogar zur „Stimmenkönigin“ unserer Fraktion. Auch Rolf Stahl hat in kurzer Zeit ein starkes Profil entwickelt und steht als Initiator der „Ökostromer“ für konsequenten Klimaschutz. Thomas Hoffmann ist als Fraktionssprecher und ausgewiesener Fachmann in Sachen Umwelt- und Naturschutz schon seit einiger Zeit eine wichtige Stimme im Gemeinderat. Mit Birgit Jänicke bekommen wir eine weitere engagierte Streiterin für die Natur in unser Team, nicht nur für ihre Herzenssache eintritt, sondern auch leidenschaftlich den Dialog mit Andersdenkenden sucht. Sie wird sich auch besonders für ihren Ortsteil Neu-Edingen einsetzen. Und Ulf Wacker ist vielen Bürgerinnen und Bürgern schon als profilierter Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat bekannt, der mit allen Ortsteilen emotional verbunden ist und ihre Besonderheiten zu schätzen weiß.

 

Auf unseren Senior Gerd Brecht werden wir im neuen Gemeinderat verzichten müssen, er macht nach 35 Jahren bewusst Platz für den „Nachwuchs“, wobei der Generationenwechsel bei uns wie auch bei den anderen Fraktionen noch weiter eine zu lösende Aufgabe ist. So verständlich es ist, dass die Wählerinnen und Wähler erfahrenen Gemeinderäten den Vorzug geben, so ist es doch schade, dass nur wenige der jungen KandidatInnen es in den Gemeinderat geschafft haben.

 

Bei den neuen Mehrheitsverhältnissen gibt es keine dominierende Partei oder „GroKo“ mehr, die sich mit bloßer Stimmenmehrheit durchsetzen kann. Da ist Dialog und Kompromissbereitschaft gefragt, und das ist auch gut so.

 

Wir sind entschlossen, für eine Priorität des Klimaschutzes einzutreten und wollen dafür auch einschneidende Veränderungen vorantreiben. Aber wir wissen, dass dazu viel Überzeugungsarbeit nötig ist, wir müssen dafür die Bürgerinnen und Bürger gewinnen und alle mitnehmen. (WH)

 

Lebendiger Neckar - Gerd und Margret Brecht

 Artikel der OGL vom 13.06.2019

Als der Schreiber dieser Zeilen ein Kind in Heidelberg war, da schäumte der Neckar oft vom Stauwehr an der Alten Brücke bis über das Wieblinger Wehr hinaus. Besonders intensiv konnte das an Dienstagen sein, denn Montag war Waschtag und Persil, Omo und Klementine wuschen die Wäsche rein und den Dreck in den Fluss. Baden war eigentlich streng verboten und die Farbe des Wassers lud auch nicht wirklich dazu ein. Da ist schon vieles besser geworden in den letzten Jahrzehnten. Das wird mit gutem Grund am Tag des lebendigen Neckars gefeiert und zugleich daran erinnert, dass es noch viel zu tun gibt.

 

Die OGL ist auch diesmal wieder dabei. Unser Stand am Spielplatz oberhalb der Fähre in Neckarhausen ist ab 11 Uhr geöffnet. Wer möchte, kann wieder Rindenschiffchen basteln oder sich auch nur dazusetzen, auf den Fluss schauen, quatschen und eine Erfrischung mit oder ohne Alkohol genießen.

 

Und jetzt gilt es noch zwei Grüne der ersten Stunde zu ehren. Margret und Gerd Brecht (er ein echter Neckarschleimer) haben vergangenen Sonntag ihre goldene Hochzeit gefeiert. Beide gehören zu den ersten Grünen in Edingen-Neckarhausen als man Grüne noch für spinnerte gefährliche Chaoten hielt. Nach Jahrzehnten konstruktiver Arbeit hat sich Gerd nun aus der Gemeinderatsarbeit zurückgezogen. Wir wünschen euch beiden alles Liebe und Gute und bedanken uns für euer Engagement, das unserer Gemeinde und unserem lebendigen Fluss gut getan hat. (LR)

 

Der Radschnellweg geht durch Edingen

Artikel der OGK im Mitteilungsblatt vom 4.7.2019

Zum Projekt Radschnellweg Mannheim Heidelberg sind wichtige Vorentscheidungen gefallen, diese wurden im Rahmen eines „Projektbegleitkreises“ am 25.6. in Mannheim vorgestellt. Neben Akteuren aus Politik, Umweltverbänden und Landwirtschaft waren außerdem die beteiligten Gemeinden  durch „Zufallsbürger* innen“ vertreten. Es wurden drei Vorzugsvarianten für den Radschnellweg erarbeitet. Die Varianten der Wegführung wurden anhand von Bewertungskriterien wie Verkehr, Umwelt und Kosten überprüft. Dabei gab es teilweise hohes Konfliktpotential.

 

Die Variante 1 war die konfliktstärkste Streckenführung. Von Mannheim direkt über Friedrichsfeld nach HD-Wieblingen. Hier gab es den größten Flächenbedarf und Eingriffe in Privatgrund, Eingriffe in Flora-Fauna-Habitat-Gebiete.  Diese Variante wurde nicht mehr weiterverfolgt.

Die Variante 2 (südlich des Neckar über Seckenheim und Edingen-Neckarhausen) war zwar konfliktarm, aber ohne Ausnahmen und Eingriffe in prioritäre Lebensräume im FFH-Gebiet und Eingriffe in Lebensstätten des Feldhamsters nicht umzusetzen.

Die Variante 3 (über Ilvesheim, Ladenburg) wurde mit den geringsten Konflikten vorgestellt, u.a. mit dem geringsten Flächenverbrauch.

 

Die Vorentscheidung fiel nun für eine Kombilösung, die zunächst Variante 3 folgt über Feudenheim, Ilvesheim, dann über die noch zu bauende Neckarbrücke und L597 in Richtung Seckenheimer Hauptstraße. Dann folgt sie in etwa der RNV-Linie 5 durch Edingen und Wieblingen nach Heidelberg.

 

Dieser Verlauf erscheint zunächst verrückt. Kein Radfahrer würde so fahren, da das große Z mit der Neckarquerung ein großer Umweg wäre. Doch wenn man den neuen Schnellweg als Ergänzung und Verstärkung des bestehenden Radwegenetzes begreift, könnte es dennoch ein Gewinn werden. Wer von Mannheim nach Dossenheim oder ins Neuenheimer Feld will, der folgt dem Schnellweg bis Ilvesheim und fährt dann weiter über die bisher schon gute Verbindung über Ladenburg nach Heidelberg.

 

Wer von Wieblingen oder Heidelberg-Innenstadt nach Mannheim will, folgt ab Seckenheim weiter den Wegen links vom Neckar. (Wo allerdings auch mit geringen Mitteln eine Verbesserung zu erreichen wäre.) Eine Fahrradautobahn wird das nicht, schon weil auch immer wieder Querungen mit dem Autoverkehr vorkommen, aber in einigen Bereichen werden Radwege deutlich verbessert und entschärft.

Der genaue Verlauf durch die Edinger-Neckarhauser Gemarkung steht noch nicht fest, insbesondere der Verlauf über den Stangenweg oder parallel dazu ist noch unklar. Da steht noch viel Feinarbeit an. Eine deutliche Verbesserung für unsere Gemeinde ist das auf jeden Fall. Wir müssen aber weiter die Verbesserung der Radwege und Radabstellplätze in unserer Gemeinde unabhängig von der Debatte um den Radschnellweg vorantreiben damit die Verkehrswende gelingt. (WH)

Hier die Trassen, die zur Debatte standen:
Trasse 1: blau  Trasse 2: grün,  Trasse 3: rot
Links zu weiteren Informationen zum Thema: hier

Link zur Infoseite zum Radschnellweg

Link zur Stellungnahme des VCD (Verkehrsclub Deutschland)

Zukunftswerkstatt reloaded – OGL gründet Arbeitsgruppen

 

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 27.07.2019

 

Nach der Sommerpause beginnt der neue Gemeinderat seine Arbeit und wenn die Gerüchte stimmen, erfahren wir dann auch endlich was die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt sind. Erstmals seit langer Zeit haben sich durch die letzten Wahlen alte Strukturen im Gemeinderat aufgelöst und es werden neue Formen der Kommunikation möglich sein, um für unsere Gemeinde eine gute Zukunft zu gestalten. Wir reagieren auf diese Chance, indem wir versuchen, unsere Arbeit in verschiedenen Themenfeldern besser und transparenter zu strukturieren. Deshalb haben wir Arbeitsgruppen gegründet, die sich mit zentralen Themen der Arbeit des neuen Gemeinderats und der Kommunikation in der Gemeinde beschäftigen werden:

 

Thema 1: Bauen/Wohnen Verkehr,

 

Thema 2 Energie/Klimaschutz,

 

Thema 3 Landwirtschaft/Artenschutz,

 

Thema 4: Jugend/Soziales,

 

Thema 5 Haushalt,

 

Thema 6: Ortsteile/Vereine.

 

Natürlich hängt alles mit allem zusammen, aber wir möchten erproben, wie wir durch die thematische Gliederung intensiver in die verschiedenen Bereiche eindringen können, um mit neuen Ideen die Diskussion in unserer Gemeinde zu bereichern. Zu diese Arbeitsgruppen laden wir alle Bürger*innen ein, die Lust haben, kreativ mitzuarbeiten. Über die Ergebnisse werden wir regelmäßig hier und auf unserer Homepage informieren.

 

Die Gruppen zu den Themen 1 bis 4 treffen sich zum ersten Mal am 28.06. Und zwar Bauen/Wohnen um 20 Uhr und alle anderen um 18 Uhr, alle im Friedrichshof. (LR)

 

Mikroplastik in aller Munde

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 1.8.2019

Die Sprache treibt mitunter schon seltsame Blüten: „Fußballer fürchten um Kunstrasenplätze“ (Spiegel-Online, 21.07.), bzw. „Mikroplastik-Verbot bedroht“ diese (n-tv) oder sie sind gar  „gefährdet“ (Wirtschaftswoche).

 

Die Sorge konzentriert sich ganz auf den Kunstrasen, der die Sportler so weich fallen lässt, dabei böten die Analysen der EU eher den Anlass dazu, sich um die Gesundheit derer zu sorgen, die diese Plätze benutzen oder die Umwelt drumherum. Aktuell klagt ein Uhinger Bauer vor dem Baden-Württembergischen Umweltausschuss gegen den Bau eines Kunstrasenplatzes. Er befürchtet, dass durch die Ausbringung von 35 Tonnen Granulat und deren Verbreitung durch Wind und Regen die Erträge seiner umliegenden Felder schlicht wertlos werden.

 

Egal ob achtlos weggeworfenes Plastik oder gezielt für einen bestimmten Zweck ausgebrachtes Granulat, der sich mit der Zeit zersetzende Kunststoff wird immer kleiner und reichert sich früher oder später in Organismen an, das haben jüngste Untersuchungen klar bewiesen. Zurückholen werden wir die Mikropartikel nicht können. Was sie auf Dauer im Menschen bewirken werden wissen wir auch noch nicht. Zeit zu erkennen, dass wir, aus welchem Kalkül auch immer,  unnatürliche Dinge in die Umwelt bringen, die da nicht hingehören und dass wir dies in Zukunft besser bleiben lassen.

 

Horst Seehofer (CSU) wirbt übrigens als Sportminister für  „einen vernünftigen Ausgleich zwischen Umweltschutz und den berechtigten Interessen des Sports“, Gesundheit gehört da offenbar nicht dazu. Auch für das Bundesumweltministerium steht ein Verbot noch nicht fest. Alles wie immer also und es besteht noch Hoffnung für die herrlich flachen, immergrünen Kunststoffdeponien. Geht demonstrieren, Kinder!
Uns ist bewusst, dass auch in Edingen-Neckarhausen die Fußballer den Kunstrasen lieben, denn er ist unabhängig vom Wetter jederzeit bespielbar und leichter zu pflegen. Doch sollten uns vor allem die Gesundheit unserer Sportler und eine gesunde Umwelt wichtig sein. Deshalb wollen wir alle Alternativen genau prüfen, bevor ein neuer Kunstrasenplatz gebaut wird. (UD/WH)

 

 

Volksbegehren „Rettet die Bienen“ – was steckt dahinter?

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 15.08.2019

Im Anschluss an die erfolgreiche Initiative in Bayern ist auch in Baden-Württemberg eine Bewegung entstanden, die sich unter der Überschrift „Rettet die Bienen“ für den Erhalt der Artenvielfalt und gegen das dramatische Artensterben einsetzt, das leider auch bei uns im Land zu verzeichnen ist. Die Bewegung wird jedoch nicht von allen unterstützt. Demeter ist dafür, Bioland sieht dagegen Probleme. Der Landesnaturschutzverband konnte sich noch nicht solidarisch erklären und die Grünen in Baden-Württemberg haben Bedenken. Was steckt nun genau hinter dem Volksbegehren, für das voraussichtlich ab nächsten Monat Unterschriften gesammelt werden sollen? Angestrebt wird ein Gesetz, mit dem fünf Bestimmungen im Naturschutzgesetz und zwei Paragraphen im Landwirtschaftsgesetz geändert werden sollen. Vorgesehen sind dabei Regelungen, die von vielen schon lange heiß ersehnt wurden und eigentlich überfällig waren. So würden unsere Streuobstbestände endlich unter gesetzlichen Schutz gestellt. Die Beseitigung von Obstbaumwiesen oder ihre erhebliche Beeinträchtigung wären künftig grundsätzlich verboten. Mittelgewann lässt grüßen! Auch der landesweite Biotopverbund bekäme endlich die ihm zukommende Bedeutung. Der Biotopverbund dient der Wiedervernetzung der Lebensräume, die durch die Zersiedelung und z.B. den Straßenbau zerschnitten wurden. Und wo stecken nun die Probleme? Diskussionsbedürftig ist sicher der Vorschlag, den Einsatz von Pestiziden in Naturschutz-, Landschaftsschutz- und ähnlichen Gebieten komplett zu verbieten. Wer dies zunächst als selbstverständlich ansieht, wird spätestens dann aufmerksam, wenn er feststellt, dass damit das Pestizidverbot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen gegenüber bisher auf das Sechsfache ausgedehnt werden soll (von 75.000 ha auf 450.000 ha). und dass sogar Pestizide verboten werden sollen, die im ökologischen Landbau verwendet werden. Kritisiert wird auch, dass die Zielsetzung 50% Ökolandbau bis 2035 in der Vorlage enthalten ist (bisher wie Bayern: 30% bis 2030). Wie geht es nun weiter? Das Volksbegehren zielt auf eine Gesetzesänderung. Falls es Erfolg hat, wird sich daran also zunächst nur das übliche Gesetzgebungsverfahren anschließen. Mit allen Änderungsoptionen bei den Anhörungsverfahren, die mit dieser Maschinerie immer verbunden sind. Es ist daher auf jeden Fall richtig, sich für das Volksbegehren einzusetzen, und damit wenigstens ein Startsignal für die Erhaltung der Artenvielfalt auch bei uns in Baden-Württemberg zu ermöglichen (TH).

 

WWW und die Fakten

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 05.09.2019

 

Die Bürgerinitiative „wir wollen wohnen“ fragt, wo denn die konstruktiven Vorschläge bleiben, mit denen Wohnbedarf in Edingen-Neckarhausen befriedigt werden könnte. Die von Grundeigentümern im Mittelgewann getragene Initiative bringt selbst dazu keine Vorschläge, schlägt aber verbal in ihrem letzten Artikel pauschal diffamierend auf die „Öko-Ecke“ ein und behauptet selbst im Besitz der richtigen „Fakten“ zu sein, während das „IPPC“ rein politisch agiere.IPPC ist die Bezeichnung für eine Richtlinie des EU-Parlamentes zur Umweltverschmutzung. Anscheinend verwechselt Herr Horch IPPCdies mit „IPCC“, dem Weltklimarat. Der IPCC wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als zwischenstaatliche Institution ins Leben gerufen, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen mit dem Ziel, Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen zu bieten, ohne dabei Handlungsempfehlungen zu geben. 195 Regierungen sind Mitglieder des IPCC, darüber hinaus sind mehr als 120 Organisationen als Beobachter des IPCC registriert. Wie weit man den Berichten des IPCC trauen will, oder lieber den Interessenvertretern von www, bleibt jedem selbst überlassen.

 

Wieso damit erwiesen ist, dass die „Agenda 21“ mit ihrer Forderung nach Energiesparen, Umweltschutz und ökologischerer Landwirtschaft im Ansatz fehlerhaft ist, verstehen wir deshalb nicht. Auch nicht, warum die Befürchtungen der Menschen im Hinblick auf den drohenden Klimawandel als „Rumgenöle, Geplärre“ diffamiert werden müssen.

 

Zugegeben, die Konflikte zwischen Umwelt und dem Ressourcenverbrauch der Menschheit sind nicht einfach zu lösen. Aber Polemik auf der Grundlage von Missverständnissen hilft auch nicht weiter. (RS/WH)

 

 

 

Ausflug an die Bachstation

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 12.09.2019

 

Am letzten Freitag startete die OGL zum wiederholten Male zu einem Ausflug zur Bachstation des BUND in Ladenburg. 15 Kinder radelten mit und genossen sichtlich den kleinen Abenteuerurlaub.

 

Bei einer kleinen Führung durch das Gelände unter Leitung des Ladenburger BUND-Vorsitzenden Alexander Spangenberg konnten die Kinder schon die neueste Attraktion des Geländes bewundern, einen kleinen Staudamm, den die neu zugezogenen Biber gebaut haben. Anschließend erzählte Gemeinderätin Birgit Jänicke den Kindern etwas über die interessanten Tiere...

 

Danach durften die Kinder selbstständig das Gelände erkunden und vergnügten sich am Bach, ernteten wilde Mirabellen und versuchten sich selbst am Bauen eines Staudamms.

 

Höhepunkt war natürlich das Lagerfeuer, an dem die Kinder sich an selbst zugeschnitzten Stöcken ein Stockbrot rösten konnten. Gegen 19 Uhr musste dann der Staudamm wieder zurückgebaut werden und alle machten sich auf den Heimweg. Großer Dank gebührt dem BUND in Ladenburg, der dieses schöne Gelände pflegt und für solche Aktionen zur Verfügung stellt. (WH)

 

 

 

Umweltschutz - eine Frage der Haltung

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 19.09.2019

 

Die Welt retten wäre schön, ist im Moment aber gerade zu teuer. Aber Achtung, je länger wir warten, desto teurer wird‘s beim Umweltschutz und der Klimarettung, das hat sogar Angela Merkel gerade erkannt und fordert klare Schritte. Trotzdem neigen wir in einem konservativen Reflex dazu, uns beim Pro und Contra Umweltschutz hinter eine Kosten-Nutzen Abwägung zurückzuziehen. Und, die größere Umweltsünde rechtfertigt die vermeintlich unbedeutendere nach wie vor wie von selbst. Die Erkenntnis beispielsweise, dass durch den Autoverkehr viel mehr Abrieb und Feinstaub in die Umwelt gelangen als durch Kunstrasenplätze, lässt uns nicht etwa über die Fahrzeugnutzung nachdenken, sondern endlich wieder ruhig schlafen.

 

Greta Thunbergs Statement „Ich will, dass ihr in Panik geratet” richtet sich genau gegen diese fatale Logik und gegen die Apathie. Panik ist dabei die sehr überlegt eingesetzte Vokabel - und sie wirkt noch immer. Weltweit versucht man sie ins Lächerliche zu ziehen, damit einem das Thema selbst nicht zu nahe kommt.

 

Auf ihrer aktuellen Amerikareise war sie jüngst bei Trevor Noah in der „Daily Show“ eingeladen, der sie fragte, warum ihrer Überzeugung nach denn die Meinungen beim Klimawandel bei der älteren und jüngeren Generation auseinander gehen. Ihre Antwort: „Ich glaube (wir jungen Menschen) sehen den Klimawandel mehr als direkte Bedrohung, während andere sich denken, ich werde dann sowieso nicht mehr am Leben sein, also scheiß drauf.” - Betretenes Gelächter.

 

Wir müssen jetzt die Jungen schützen und sensibilisieren. Dabei ist auch die Diskussion über die Kunstrasenproblematik eine Riesen-Chance. In einer sehr sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Weichmacher in unseren Körpern“ hat sich gezeigt, dass 97 bis 100 Prozent der 3- bis 17- jährigen mit im Plastik verwendeten Weichmachern belastet sind, 11 von 15 Stoffen finden sich teils jenseits erlaubter Grenzwerte in den Körpern wieder. Mareike Kolossa Gehrig ist Mitautorin einer Studie zu diesem Thema und Toxikologin beim Umweltbundesamt. Sie sagt: „Dabei ist wirklich besorgniserregend, dass die jüngsten Kinder als sensibelste Gruppe am stärksten betroffen sind.“

 

Durch die bloße Erkenntnis, dass wir uns mit vielen liebgewonnenen Lebensgewohnheiten selbst schaden, fallen finanzielle Sachzwänge nicht einfach weg. Wir sind die letzten, die das behaupten würden. Aber unseren unbedingten Willen, die Beschädigung der Natur im Interesse unserer Kinder zu beenden, können wir dieser Erkenntnis nicht opfern. Ja, wir wollen vermeiden, dass unsere Kinder hart fallen. (UD)

 

 

 

Keine Angst vorm Radschnellweg!

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 26.09.2020

 

Der Ortstermin an der geplanten Wegführung des sogenannten Radschnellweges stieß auf großes Interesse bei Bürgerinnen und Bürgern. Deutlich wurde die Begeisterung vieler dafür, dass ein Modellprojekt der Verkehrswende durch unsere Gemeinde führen wird. Aber fast noch deutlicher wurden die Ängste einiger besorgter Anwohner vor den Gefahren, die von diesem Fahrradweg ausgehen könnten. Man konnte fast denken, dass Fahrräder gefährlicher für Schulkinder sind als LKW und SUVs.

 

Doch lasst uns zuerst mal die Vorteile sehen: Es soll ein Weg geschaffen werden, auf dem Radfahrer möglichst ohne Gefährdung durch Autoverkehr und ohne allzu viele Verzögerungen durch Kreuzungen, Ampeln oder Engstellen von Heidelberg nach Mannheim oder umgekehrt kommen. Das ist doch eine tolle Idee! Es könnte viele Menschen dazu bewegen, regelmäßig das Auto stehen zu lassen, und mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Dazu müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Der Weg muss nah bei den Wohngebieten liegen, damit jeder schnell Zugang dazu hat, er muss möglichst direkt zum Ziel führen und er muss auf einem Großteil der Strecke breit genug sein zum Überholen und möglichst auch eine Spur für Fußgänger übrig lassen.

 

Der Name Radschnellweg ist unglücklich, denn er erweckt die Vorstellung einer Autobahn für Raser. Der „Rad-Komfort-Weg“, wie man ihn auch nennen könnte, ist aber für alle da: SchülerInnen, PendlerInnen, SeniorInnen, Urlauber, Freizeitradler und auch Leute, die mal schnell zu REAL wollen.

 

Verständlich, dass manche Angst um ihren kostenlosen Parkplatz auf der Straße haben. Da wird es ohnehin politische Entscheidungen geben müssen, die nicht jedem gefallen, denn eine Verkehrswende bedeutet auch weniger Autos, weniger Parkplätze, die in Zukunft zunehmend kostenpflichtig sein werden.

 

Die Planer werden darauf achten, Konflikte zu vermeiden, wo es sie gibt: Parkplätze am Friedhof und bei der Kirche sind notwendig, Fußgänger müssen sich sicher bewegen können. Dazu gibt es ja nun die Beteiligung der Bevölkerung, um auf solche Punkte aufmerksam zu machen. Der Link dazu: https://www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung. Eine Abstimmung, ob es einen Fahrradweg überhaupt geben soll, wie vom MaMo gefordert, halten wir allerdings nicht für notwendig, solange es dagegen keine Argumente und keine Initiative gibt. Niemand wird doch ernsthaft in Frage stellen, dass wir solche komfortablen Radwege brauchen. Das Beste ist doch: Die Kosten für diesen Radweg brauchen wir nicht aus der Gemeindekasse zu zahlen, sondern das Land kommt komplett dafür auf. (WH)

 

 

 

WWW und die Fakten

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 05. September 2019

 

Die Bürgerinitiative „wir wollen wohnen“ fragt, wo denn die konstruktiven Vorschläge bleiben, mit denen Wohnbedarf in Edingen-Neckarhausen befriedigt werden könnte. Die von Grundeigentümern im Mittelgewann getragene Initiative bringt selbst dazu keine Vorschläge, schlägt aber verbal in ihrem letzten Artikel pauschal diffamierend auf die „Öko-Ecke“ ein und behauptet selbst im Besitz der richtigen „Fakten“ zu sein, während das „IPPC“ rein politisch agiere.IPPC ist die Bezeichnung für eine Richtlinie des EU-Parlamentes zur Umweltverschmutzung. Anscheinend verwechselt Herr Horch IPPCdies mit „IPCC“, dem Weltklimarat. Der IPCC wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als zwischenstaatliche Institution ins Leben gerufen, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen mit dem Ziel, Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen zu bieten, ohne dabei Handlungsempfehlungen zu geben. 195 Regierungen sind Mitglieder des IPCC, darüber hinaus sind mehr als 120 Organisationen als Beobachter des IPCC registriert. Wie weit man den Berichten des IPCC trauen will, oder lieber den Interessenvertretern von www, bleibt jedem selbst überlassen.

 

Wieso damit erwiesen ist, dass die „Agenda 21“ mit ihrer Forderung nach Energiesparen, Umweltschutz und ökologischerer Landwirtschaft im Ansatz fehlerhaft ist, verstehen wir deshalb nicht. Auch nicht, warum die Befürchtungen der Menschen im Hinblick auf den drohenden Klimawandel als „Rumgenöle, Geplärre“ diffamiert werden müssen.

 

Zugegeben, die Konflikte zwischen Umwelt und dem Ressourcenverbrauch der Menschheit sind nicht einfach zu lösen. Aber Polemik auf der Grundlage von Missverständnissen hilft auch nicht weiter. (RS/WH)

 

Von Bäumen und Baugebieten

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 16.10.2019

 

Wir freuen uns über die Initiative der CDU, entlang des „Schönen Wegs“ Bäume pflanzen zu lassen und damit eine alte Tradition der Schule in veränderter Form neu zu beleben. Jeder neue Baum bedeutet ein bisschen bessere Luft, ein bisschen mehr Schönheit, ein bisschen weniger CO2. Umgekehrt gilt das aber auch für jede versiegelte Fläche. Man musste darüber nicht lange diskutieren, solange genügend freie Flächen vorhanden waren. Diese Zeiten sind aber längst vorbei, und deshalb sollte man sich heute sehr genau überlegen wann, warum und wozu man welche Flächen zubaut. In der Gemeinderatssitzung vom 20.06.2018 ging es um die Diskussion des künftigen Flächennutzungsplans. An diesem Tag schlug die Verwaltung für das Mittelgewann eine Baufläche von 4,5 ha vor, was unserer Ansicht nach erträglich war. In der Diskussion setzen sich SPD und CDU und ein Gemeinderat der UBL für eine deutlich größere Fläche ein. Diese Position setzte sich mit 9 zu 8 Stimmen (auch gegen die des Bürgermeisters) durch. Die künftig bebaubare Fläche wurde auf 7,5 ha erhöht. Seitdem hatten wir Wahlen und die Positionen für einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Ressourcen wurden deutlich gestärkt. Wir finden, das sollte sich bei der kommenden nächsten Abstimmung über den Flächennutzungsplan niederschlagen. Deshalb werden wir beantragen, dass die bebaubare Fläche wieder auf 4,5 ha reduziert wird und hoffen darauf, dass auch andere Bäume pflanzen für eine genauso tolle Sache halten wie den verantwortungsvollen Umgang mit dem Erdboden. (LR)

 

Die Mobilisierung für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wurde gestoppt – warum? Und wie geht es jetzt weiter?

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 24.10.2019

 

Der Trägerkreis für das Volksbegehren, dem u.a. die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, BUND, NABU und Demeter angehören, hat sich nach langen und intensiven Verhandlungen mit den zuständigen Landesministerien, dem Umweltministerium und dem Ministerium für den Ländlichen Raum, geeinigt. Er will der grün-schwarzen Landesregierung die Chance geben, das Anliegen des Volksbegehrens zu verwirklichen, ohne dass es zu einer „Kampfabstimmung“ in Form eines Volksentscheides kommt. Deshalb sind zwar weiterhin Unterschriften möglich, aber auf aktive Werbung und Aktionen wird bis Mitte Dezember verzichtet. Worum geht es? Vor allem das angestrebte Verbot von Pestiziden auch in Landschaftsschutzgebieten stieß auf heftige Kritik. Auch wir haben auf die Problematik dieser Bestimmung schon in unserem Beitrag für das Amtliche Mitteilungsblatt vom 15. August hingewiesen. Nun gelten für den Einsatz dieser Gifte die bereits jetzt regelmäßig beachteten Regeln des „integrierten Pflanzenschutzes“. In den „Edelsteinen“ der Schutzgebiete, den Naturschutzgebieten, ist ihr Einsatz allerdings ab dem 01. Januar 2022 verboten. Insgesamt soll der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 40 % bis 50 % in der Menge reduziert werden.

 

Auch das Ziel des Ausbaus der ökologischen Landwirtschaft wird weiter verfolgt: ihr Anteil soll auf 30% bis 40% im Jahre 2030 wachsen. Das ist auch notwendig: zahlreiche Studien belegen, dass die Artenvielfalt mit ökologischer Bewirtschaftung verbessert werden kann. Zudem verpflichtet sich das Land, den Anteil an regionalen biologischen Produkten z.B. in seinen Schulen deutlich zu erhöhen und empfiehlt den Kommunen, und das ist auch für uns wichtig, diesem Beispiel zu folgen! Auch beachtlich: Landeseigene Flächen werden bei künftigen Pachtverträgen vorrangig an Bewirtschafter verpachtet, die auf den gepachteten Flächen die Kriterien des biologischen Landbaus einhalten. Die Umsetzung des Biotopverbundes, der auch in unserer Gemeinde wichtig ist, soll verpflichtend werden. Und unsere Streuobstbestände werden besonders geschützt. Bei all diesen guten Ideen muss dennoch kritisch vermerkt werden, dass sie oft sehr allgemein gefasst sind und etliche Schritte notwendig werden, um sie verbindlich zu machen. Dennoch ist es nachvollziehbar und begrüßenswert, dass eine Einigung versucht wird. Es bleibt zu hoffen, dass vor allem die landwirtschaftlichen Landnutzungsverbände zustimmen. Dann könnte das Ganze auch für uns in unserer Gemeinde Vorbildcharakter haben. (TH)

 

Gute und schlechte Nachrichten

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 31.10.2020

 

Die gute Nachricht zuerst: Unserem Bürgermeister und der Verwaltung danken wir von Herzen, dass uns unsere Fähre erhalten bleibt. Die private Fährgemeinschaft musste nämlich zu dem traurigen Beschluss kommen, den Betrieb zum April nächsten Jahres einzustellen. Dank der schnellen, effizienten und beherzten Arbeit unseres Bürgermeisters wurde der Grundstein dafür gelegt, dass der Fährbetrieb weitergeht: Einstimmig hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung den Ankauf der Fähre und die Einstellung des notwendigen Personals dafür beschlossen. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Fährgemeinschaft, die uns durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihrer freundlichen Art rund um’s Jahr, bei Wind und Wetter, einen kleinen Urlaub schenkt. Die Fähre ist nicht nur ein praktisches und ökologisches Transportmittel, das uns mit Ladenburg verbindet, sondern auch ein Mittel der Entschleunigung in unserer schnelllebigen Zeit. Ein weiterer und ganz großer Glücksfall ist die Übernahme des historischen Fährhäuschens. Bisher hat es vorwiegend als Geräteraum gedient, nun aber bieten sich neue Nutzungsmöglichkeiten, die in vieler Hinsicht gewinnbringend sein können. Liebend gerne würden wir uns bei der Bildung eines Fördervereins einbringen, um neues Leben in das charmante, alte Gemäuer zu bringen. Unter Einbeziehung des wunderschönen Außenbereichs könnte ein Treffpunkt und ein Ort zum Verweilen entstehen. Gemütliche Sitzecken am Fluss, die bei Kaffee und Kuchen zu einem Plausch einladen. Kleine Stehtische, an denen in der kalten Jahreszeit heißer Apfelsaft und Punsch zum Aufwärmen und zur Geselligkeit einladen. Ein solch außergewöhnlicher, naturnaher Platz in fantastischer Lage mit toller Aussicht wird nicht nur viele Leute auf’s Rad oder auf Schusters Rappen bringen, sondern sicher auch eine Menge von radelnder Menschen aus der Region anziehen, die bisher unsere Neckarseite „links“ liegen ließen. Wir freuen uns sehr darauf, uns mit großem Elan und vielen Visionen einbringen zu dürfen! Auch erfreulich und zugleich ein Gewinn für den Erhalt unserer Natur ist die Entscheidung des Gemeinderates, unser idyllisches Mittelgewann zu schonen und seine Überplanung von noch im letzten Jahr beschlossenen 7,5 auf 4,2 Hektar zu reduzieren. Wir danken an dieser Stelle Dr. Edgar Wunder von der Fraktion „Die Linke“ für seinen Antrag und die einvernehmliche Zusammenarbeit und der Fraktion der UBL/FDP/FWV, die ihre Haltung aus dem letzten Jahr bei der Abstimmung beibehalten hat. Damit konnten sich die neuen Mehrheitsverhältnisse nach der letzten Kommunalwahl schon sehr positiv auswirken!

 

Nun leider die schlechte Nachricht: Wie bereits in den örtlichen Tageszeitungen zu lesen war, wird Ulf Wacker nicht mehr unserer Fraktion angehören, sondern bis auf Weiteres künftig selbstständig im Gemeinderat arbeiten. (BJ/TH).

 

Das Leitbild für Edingen Neckarhausen weist in die Zukunft

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 14.11.2019

 

Was lange währt wird endlich gut: Am vorletzten Mittwoch wurde das Leitbild unserer Gemeinde als Ergebnis der Zukunftswerkstatt der Bevölkerung vorgestellt.

 

Wir haben als OGL die Entstehung des Leitbildes mit großem Interesse begleitet, denn die Initiative dazu ging ja von unserem Antrag im Gemeinderat aus.

 

Dass die redaktionelle Bearbeitung so lange dauerte, lag vielleicht auch daran, dass wir uns für die Diskussion in den Arbeitsgruppen etwas zu wenig Zeit gelassen hatten. So waren noch einige Widersprüche enthalten, Utopisches stand neben realistischen Ideen, thematische Überschneidungen der Arbeitsgruppen machten die inhaltliche Struktur teilweise unübersichtlich. So hatten die Steuerungsgruppe, Moderator Harald Hofmann und Umweltbeauftragte Vivien Müller viel zu tun, um die Ergebnisse der Arbeitsgruppen in eine lesbare Form zu bringen. Großer Dank auch an die Fotogruppe, die das Werk mit aussagekräftigen Bildern illustriert hat.

 

Liest man die Leitsätze, reibt man sich manchmal verwundert die Augen über die idealen Zustände in unserer schönen Gemeinde, denn die Aussagen sind so formuliert, als seien sie schon Wirklichkeit, als hätten wir bereits das Jahr 2030 und alle Träume wären wahr geworden. Erfreulicherweise ist es ein sehr grünes Edingen-Neckarhausen, was sich hier präsentiert: „Edingen-Neckarhausen ist eine Fahrradgemeinde...“ - „Edingen-Neckarhausen ist eine Vorzeige Kommune im Arten- und Klimaschutz.“... „erhält und fördert für kommende Generationen ortstypische Kulturlandschaften wie Flussauen und Streuobstwiesen“ … „Edingen-Neckarhausen widersetzt sich dem Wachstumsdenken.“

 

Allerdings liegt noch ein großes Stück Arbeit vor uns allen, bevor es so weit ist. Nicht nur die Kommunalpolitik und die Verwaltung sind gefordert, sondern auch die Gewerbetreibenden, die Schulen, die ehrenamtlich Tätigen und die Vereine, ja, jede einzelne Bürgerin und jeder Bürger.

 

Wie Bürgermeister Michler richtig sagte, geht die Arbeit am Leitbild weiter, ein regelmäßig zweimal im Jahr tagender Agenda-Ausschuss des Gemeinderats wird das Leitbild fortschreiben und die Umsetzung in konkrete Maßnahmen vorantreiben. Nur so kann es in Zukunft Wirkung entfalten.(WH)

 

 

 

Es grünt so grün – OGL Jahreshauptversammlung mit Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr.

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 12.12.2019

Vor wenigen Wochen wurden die Ergebnisse der „Zukunftswerkstatt“ nach langer Inkubationszeit vorgestellt. Und siehe: Edingen-Neckarhausen sieht sich in der Zukunft viel grüner als manche dachten. Die Einsicht in die Notwendigkeit und vielleicht sogar die Lust auf Veränderung ist da. Es sollten Taten folgen. Und dafür sind die Chancen nach den Kommunalwahlen besser geworden.

 

Bei der Jahreshauptversammlung berichtete Thomas Hoffmann, mit Ergänzungen durch OGL-Mitglieder, über unseren erfolgreichen Wahlkampf und die Aktivitäten der OGL-Fraktion im Gemeinderat. Dabei wurden auch die Schwerpunkte, der Arbeit für das kommende Jahr bzw. die kommenden Jahre deutlich. In Stichworten: ökologische und soziale Bauentwicklung, fahrrad- und fußgängerfreundliche Gemeinde und Schritte zu einer ökologischeren Landwirtschaft. Es gibt also viel zu tun, denn immer noch gibt es im Gemeinderat starke Kräfte, die einem fröhlichen Weiterso das Wort reden, aller unbestreitbarer Indikatoren für eine krisenhafte Entwicklung unsere Umweltbedingungen zu Trotz.

 

Für die Arbeit des kommenden Jahres wurden nach dem Bericht des Vorstandes und der Kassenprüferin sowie deren Entlastung die organisatorischen Grundlagen gelegt. Sprecher bleibt Thomas Hoffmann und Sprecherin Angela Stelling. Weitere Vorstandsmitglieder sind Rolf Stahl und Walter Heilmann. Birgit Jänicke sorgt für die Kasse. (LR)

 

„Wirklich schon wieder ein Jahr? – Ist also morgen schon heut?“

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 19.12.2019

sang Reinhard Mey vor Jahrzehnten. Und wir haben im vergangenen Jahr so oft gehört, dass morgen schon heute ist, dass wir das Wort mit K am Anfang und l am Ende kaum mehr ertragen. Das Karusell der Zeit scheint sich immer schneller zu drehen global, national, regional, lokal und privat. Was gestern noch galt ist heute oftmals passé.

 

Da möchte man festhalten, innehalten, anhalten, und weiß doch, dass das nicht geht.

 

Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt darin um“ soll der Philosoph Ernst Bloch in Abwandlung eines Bibelzitats einmal formuliert haben. Man kann das so verstehen: Wer nicht versucht die Zukunft zu gestalten (auch wenn das fast unmöglich erscheint), der hat sie schon verloren.

 

Ja, wirklich schon wieder ein Jahr, und das nächste steht vor der Tür.

 

Aber zwischen den Jahren, kommt eine Zeit, in der man innehalten kann, wenn man möchte. Und dazu wünschen wir Ihnen allen viel Ruhe und Freude am Zusammensein mit der Familie und den Freunden. Kommen Sie gut in das Jahr 2020, zu dem wir Ihnen und uns allen viel Kraft wünschen und Gesundheit und Optimismus und vor allem Frieden. (LR)