Edingen-Neckarhausen ist Pilotkommune des Forschungs-projekts PROLOK („Prozessschema für lokalspezifische Hitzeanpassung in kleinen Kommunen“). Das Projekt ist Teil des Innovationscampus-Modells Nachhaltigkeit (ICN) des Landes. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Universität Freiburg und dem Süddeutschen Klimabüro am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).In der letzten Gemeinderatssitzung konnte Frau Weishäupl, die Klimaschutzbeauftragte im Bau- und Umweltamt, zum Stand des Projekts berichten.
Die zentralen Fragen zur Hitzeanpassung lauten dabei: Was tun, wenn es soweit ist, und was tun, damit es erst gar nicht soweit kommt.
Im Fokus stehen besonders die vulnerablen Gruppen, wie ältere oder sehr junge Menschen, die durch dauerhaft hohe Temperaturen stark gefährdet sind. Die Opferzahlen haben sich hier in den letzten Jahren verdoppelt, ein guter Grund Notfallpläne zu entwickeln, um für lokale extreme Hit-zeereignisse gewappnet zu sein. Sofortmaßnahmen sind Wasserausgabe oder die Einrichtung kühler Räume. Weitere geeignete Maßnahmen können wir auch zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern innerhalb eines Workshops diskutieren. Da wir es beim Klimawandel mit einem globalen Problem zu tun haben, könnte man meinen, dass es lokal nur um die Bewältigung der Folgen geht. Doch viele interessante Studien und Untersuchungen aus jüngster Zeit zeigen eindrucksvoll, wie viel Einfluss kleine Maßnahmen auf die lokale Hitzeentwicklung haben. Vieles klingt dabei so einfach, hat aber selbst die Forschenden überrascht, z. B. dass es im Schatten unter einem Baum mit ausladender Krone gleich mehrere Grad kühler ist und der Effekt auch noch in der Umgebung messbar, dass die Temperatur einer ungemähten Wiese niedriger ist. Mit der Abschaffung von sogenannten Schottergärten können wir lokalen Hitzestaus entgegenwirken. Jede Flächenentsiegelung trägt zur Vermeidung von Hitzespitzen bei. Viele weitere sinnvolle Maßnahmen gibt es innerhalb des Projekts sicherlich noch zu entdecken, daher unterstützen wir die Teilnahme unserer Kommune ausdrücklich. Durchschnittlich 20 Stunden Arbeitszeit pro Monat sind hier gut angelegt, zumal die Projektergebnisse dann auf andere Gemeinden übertragen werden können. (UD)

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