Das Vergänglichste am Feuerwerk, so schön es auch ist, sind leider die farbenfrohen Lichteffekte. Dicht gefolgt von den Knallgeräuschen, auf die der eine oder andere vielleicht schon eher verzichten könnte. Auf Platz 3 der Vergänglichkeitsrangliste rangiert die Feinstaubbelastung, lokal meist die höchste Konzentration des gesamten Jahres, die wohl die meisten für verzichtbar halten würden, die aber untrennbar mit dem Feuerwerk verbunden ist. Und an vierter Stelle zeugt der vielerorts zurückgelassene Knallermüll vom freudigen Ereignis des Jahreswechsels.
Leider werden diese Hinterlassenschaften auch in unserer Gemeinde häufig den natürlichen Zersetzungsprozessen überlassen. In nicht wenigen Gullis lässt sich noch Wochen oder Monate später nachlesen, wie die populärsten Batterien des vergangenen Jahreswechsels benannt waren. Sich auflösende rote Knallerpappen zieren Straßen und Grünflächen, und bei weitem nicht alles davon wird mit der Zeit zu wertvollem Humus. Das teure Feuerwerk wird also, unmittelbar nach dem Abfeuern, zu Müll, der häufig mit einem einzigen, besonderen Zusammenhang zurückgelassen wird: dem Jahreswechsel. Obwohl es ja den meisten unter dem Jahr auch gelingt, den Müll zu trennen und von der Umwelt fern zu halten, verbleiben nach der Silvesternacht hohle Kisten und Vulkane nach Gebrauch an Ort und Stelle. Dies zeugt so, leider, von einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber unserer Umwelt just zum Beginn des "guten neuen“ Jahres, dabei gibt es gute Gründe, den Müll sorgfältig zu entsorgen, nicht umsonst gehört Böllermüll in die schwarze Tonne.
Silvesterbatterie Memphis oder Las Vegas? Wir können nur raten ...
Erwartbar werden im Jahr 2026 die Meldungen über Feinstäube und Mikroplastik in unserer Umwelt nicht weniger werden. Für junge Menschen und unsere Kinder wird es immer wichtiger, diese Stoffe aus der Natur fernzuhalten. Gleichzeit erzeugt der Ballern aber jedes Jahr mehr Müll, proportional zu den steigenden Umsätzen, und landet so, zwar nicht unweigerlich, aber doch in Boden und Gewässern, auch unserer Gemeinde. Bei dem Dreck handelt es sich also nicht um eine Lappalie und wir sollten uns der Auswirkungen bewusst werden und klären, ob es uns das wert ist.
Wenn der Schall verhallt ist ...
Verunreinigungen sind nur ein wichtiges, bei weitem aber nicht das gewichtigste Argument für ein Überdenken des Brauchtums. Berichte über viele geschädigte Menschen zeichnen Jahr für Jahr ein deutliches Bild. Unbemerkt laufen meistens auch die Auswirkungen im Tierreich ab. Für die bei uns lebenden kleinen Wildtiere wirkt sich das Knallern schnell lebensbedrohlich aus, wie viele Studien belegen. Wir nehmen nur wenig Notiz, außer das Tier ist so groß, dass man es nicht übersehen kann. Auf dem Edingen gegenüber gelegenen Neckarseite ist der Hof Sonnenweide. Dort hat sich ein Pferd namensTamino derartig über einen Böller erschreckt, dass es sich schwer verletzte und eingeschläfert werden musste.
Nach dem Böllern ist vor dem Böllern. Bis zum nächsten Jahreswechsel sind es knapp 12 Monate. Wir sollten die vielen guten Argumente, die der Knallerei entgegenstehen, nicht einfach wieder vergessen. (UD)

Kommentar schreiben