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Verkehr – verquer

 

Großes Glück löste der BUND-Artikel der letzten Woche bei Neu-Edinger Fahrradfahrern aus, da dieser sich ausführlich mit der Fahrradsituation bei uns auseinandersetzte. Es gibt viele Gefahrenstellen in der Gemeinde. (Siehe unseren Antrag "Verbesserungen für Fuß- und Radverkehr"). Das Schräge ist, dass sich bis heute eine Mehrheit in unserem Land mit der Vorherrschaft der Vier-Rädler abfindet. Man muss halt als Fußgänger*in oder Fahrradfahrer*in aufpassen, so die Einstellung. Die verquere Politik, die den Autos die Vorfahrt lässt, verlangt von Fußgängern, die gerne einen Zebrastreifen aufgemalt sähen den Nachweis ab, dass genügend Leute wirklich an dieser Stelle die Straße überqueren möchten (Siehe Neckarhauser Straße). Oder man lässt stillschweigend zu, dass die Fußwege von Autos annektiert werden (Siehe u.a. Lilienstraße). Oder, am krassesten, dass in Deutschland jährlich tausende Menschen bei Autounfällen ihr Leben verlieren. Autofreie Menschen fahren bevorzugt Fahrrad, denn das Fahrrad ist flexibel, ähnlich frei in der Wahl des Weges wie das Auto, es nimmt so gut wie niemandem den Platz weg. Es macht nicht dreckig, verseucht weder Klima noch Lungen. Es ist, bis auf ein Rascheln und das eine oder andere Plingeling, durchaus als leise zu bezeichnen. In Neu-Edingen ist man mit ÖPNV ziemlich gut versorgt. Es gibt den Neu-Edinger Bahnhof, wo bei seltenen Gelegenheiten sogar ein ICE hält, aber vor allem die Regional- und S-Bahn. Es gibt die Straßenbahnlinie 5, und es gibt unseren Bus 46, der so viel leisten könnte, wenn man ihn nur lassen würde. Jede Stunde rollt er durch die Neckarhauser Straße. Das ist gerade so selten, dass man sich, trotz der großen Freude darüber, dass es ihn gibt, nicht auf ihn verlässt. (Übrigens: Wie kommt es eigentlich, dass man in Neu-Edingen nicht in einen Bus nach Edingen steigen kann?) Als die Neu-Edinger*innen Anfang September durch Baustellen und Zugstreik von der Welt abgeschnitten waren, der Bus 46, aus Neu-Edingen verschwand und die wunderbare Linie 5 nur bis Seckenheim bzw. Edingen (Bahnhof) fuhr, wurde klar, wie wenig Achtung dem ÖPNV zu Teil wird. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft eine Situation, in der man in einem Ballungsraum über einen Kilometer zur nächsten Haltestelle laufen muss, als No-Go gesehen wird. (JE)