Verkehrswende - Ich hatte einen Traum

Eines schönen Samstagmorgens ging ich zum Bäcker und stellte fest, dass kaum Autos am Straßenrand parkten. Leute flanierten ungehindert auf den Gehsteigen. Ich bog in die nächste und übernächste Straße ein, das gleiche Bild: viel freier Raum, entspannte Gesichter.

Nach dem Aufstehen, hatte ich den Traum vergessen, aber als ich mich auf dem Weg zum Bäcker zwischen Autos und Häuserwänden entlangschob, fiel er mir wieder ein, und ich fragte mich: Was hindert uns eigentlich daran, den Traum zu verwirklichen? Warum bezahle ich eigentlich Grundsteuer? Wahrscheinlich, weil ich auf der Gemarkung der Gemeinde ein Haus, eine Wohnung, oder einen Acker habe und die Gemeinde mit diesen Einnahmen für die Infrastruktur sorgt und Aufgaben für die Allgemeinheit finanziert.

 


 

Wenn das stimmt, wie kann es dann sein, dass der öffentliche Raum für die Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung steht, obwohl damit das Ortsbild verschandelt und Fahrradfahrer und Fußgänger, mit oder ohne Kinderwagen oder Rollator behindert und gefährdet werden? Wo bleibt die Gleichheit aller im Verkehr? Warum haben Autos mehr Rechte als Menschen ohne Autos?

 

Wäre es nicht möglich, dass alle, die im öffentlichen Bereich parken, eine Jahresgebühr bezahlen, abhängig von der Fahrzeuggröße? Dafür bekommt man eine Plakette als Nachweis, dass man die Gebühr bezahlt hat. Wer einen Parkplatz nachweisen kann ist, von der Gebühr befreit, darf eine begrenzte Zeit im öffentlichen Raum parken und kann das mit der Parkscheibe nachweisen. Die Gemeinde könnte dringend notwendige Einnahmen generieren und es entstünde Raum für alle. Ich gebe es zu, das ist mal wieder viel zu naiv gedacht, da dieses oder jenes noch berücksichtigt werden muss, und das Gesetz es sowieso nicht zulässt. Eine Parkraumbewirtschaftung ist nur zulässig, wenn der Parkdruck für die Bewohner durch Auswärtige so groß wird, dass sie keinen Parkplatz finden. Dieses Problem haben wir so nicht. Trotzdem haben wir Probleme, die nach einer Lösung schreien. (RS)