Keine Angst vorm Radschnellweg!

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 25.09.2019

 

Der Ortstermin an der geplanten Wegführung des sogenannten Radschnellweges stieß auf großes Interesse bei Bürgerinnen und Bürgern. Deutlich wurde die Begeisterung vieler dafür, dass ein Modellprojekt der Verkehrswende durch unsere Gemeinde führen wird. Aber fast noch deutlicher wurden die Ängste einiger besorgter Anwohner vor den Gefahren, die von diesem Fahrradweg ausgehen könnten. Man konnte fast denken, dass Fahrräder gefährlicher für Schulkinder sind als LKW und SUVs.

 

Doch lasst uns zuerst mal die Vorteile sehen: Es soll ein Weg geschaffen werden, auf dem Radfahrer möglichst ohne Gefährdung durch Autoverkehr und ohne allzu viele Verzögerungen durch Kreuzungen, Ampeln oder Engstellen von Heidelberg nach Mannheim oder umgekehrt kommen. Das ist doch eine tolle Idee! Es könnte viele Menschen dazu bewegen, regelmäßig das Auto stehen zu lassen, und mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Dazu müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Der Weg muss nah bei den Wohngebieten liegen, damit jeder schnell Zugang dazu hat, er muss möglichst direkt zum Ziel führen und er muss auf einem Großteil der Strecke breit genug sein zum Überholen und möglichst auch eine Spur für Fußgänger übrig lassen.

 

Der Name Radschnellweg ist unglücklich, denn er erweckt die Vorstellung einer Autobahn für Raser. Der „Rad-Komfort-Weg“, wie man ihn auch nennen könnte, ist aber für alle da: SchülerInnen, PendlerInnen, SeniorInnen, Urlauber, Freizeitradler und auch Leute, die mal schnell zu REAL wollen.

 

Verständlich, dass manche Angst um ihren kostenlosen Parkplatz auf der Straße haben. Da wird es ohnehin politische Entscheidungen geben müssen, die nicht jedem gefallen, denn eine Verkehrswende bedeutet auch weniger Autos, weniger Parkplätze, die in Zukunft zunehmend kostenpflichtig sein werden.

 

Die Planer werden darauf achten, Konflikte zu vermeiden, wo es sie gibt: Parkplätze am Friedhof und bei der Kirche sind notwendig, Fußgänger müssen sich sicher bewegen können. Dazu gibt es ja nun die Beteiligung der Bevölkerung, um auf solche Punkte aufmerksam zu machen. Der Link dazu: https://www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung. Eine Abstimmung, ob es einen Fahrradweg überhaupt geben soll, wie vom MaMo gefordert, halten wir allerdings nicht für notwendig, solange es dagegen keine Argumente und keine Initiative gibt. Niemand wird doch ernsthaft in Frage stellen, dass wir solche komfortablen Radwege brauchen. Das Beste ist doch: Die Kosten für diesen Radweg brauchen wir nicht aus der Gemeindekasse zu zahlen, sondern das Land kommt komplett dafür auf. (WH)