Anschluss ans Mannheimer Trinkwassernetz – eine schwierige Entscheidung

 

Die OGL hat für eine Vertragung des UBL-Antrages gestimmt, da trotz gründlicher eigener Recherchen viele Fragen offen blieben. Wir wollen unsere Überlegungen vor der nächsten Gemeinderatssitzung auch dem Bürgermeister zukommen lassen. Hier veröffentlichen wir Auszüge aus dem Papier.

 

Der Antrag der UB-Fraktion und der Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung klingen auf den ersten Blick sehr vernünftig und man ist geneigt, sofort zuzustimmen, denn unser Wasser wird ja dann sofort besser und die Bevölkerung wird durch diese Maßnahme auch in Zukunft gegen viele Gefahren gefeit sein. Trotzdem ist nicht alles so eindeutig wie es scheint und es sprechen durchaus ein paar Gründe gegen den sofortigen Anschluss an das Mannheimer Wassernetz. Des Weiteren ergeben sich Fragen, auf die wir uns Antworten erhoffen: Selbst wenn wir kein Wasser von Mannheim benötigen, müssen wir von dort Wasser beziehen, um die Rohrleitungen zu spülen. Das kostet zusätzlich zur Verlegung der Anschlussleitung regelmäßig Geld. (…)

 

Der sofortige Anschluss würde zwar den TFA-Gehalt in unserem Wasser verringern, aber wie würden wir entscheiden, wenn der tatsächliche TFA-Wert unter dem (neu festzulegenden) Leitwert liegt, bzw. wie hätten wir entschieden, wenn unser TFA Wert in 2017 nur ganz knapp unter 10 µg/L gelegen hätte?

 

Wird die untenstehende Forderung des Strukturgutachtens unter 2.2.3 „Aufbereitungs-erfordernis“ weiter aufrechterhalten, oder nach Festlegung des neuen Leitwertes angepasst?

 

Zitat: „Langfristig ist hinsichtlich TFA-Konzentration der GOW von 3 µg/L einzuhalten, wobei durch die Behörde eine Übergangszeit bis zum 31.12.25 vorgegeben ist.

 

Warum können wir nicht abwarten, a) bis die Messungen unserer Brunnen vom Februar bzw. Mai 2019 vorliegen? Die Tendenz bis August 2018 geht eindeutig nach unten, b) bis das neue Gutachten vorliegt, aufgrund dessen auch der neue Leitwert festgesetzt wird? Das Ergebnis soll laut Verwaltung Mitte 2019 vorliegen. Der Grund für den Aufschub der Maßnahme (Ende 2017) war ja, den Verlauf der Konzentration und das Ergebnis der Langzeitstudie (Tierversuch) abzuwarten. Was nämlich wäre die Konsequenz wenn der neue TFA-Leitwert niedriger ist als der gemessene Wert in unseren Brunnen?

 

Wir müssten die Verbindungsleitung nach Mannheim in 2,5 Monaten bauen und das ist laut TZW-Gutachten durchaus machbar. (…)

 

Wir erhoffen uns also vor einer Entscheidung im Gemeinderat die Beantwortung unserer Fragen, wo nötig durch Beratung von Experten.  Sauberes Trinkwasser und damit die Gesundheit der Bürger unserer Gemeinde wird bei unseren Entscheidungen immer erste Priorität haben.(RS)