Energie CO2-neutral ­­– einige Antworten und viele neue Fragen

 

Artikel im der OGL im Mitteilungsblatt vom 24.01.2019

 

Bei unserer Veranstaltung am letzten Freitag waren etwa fast 30 interessierte Bürger*innen gekommen und erfuhren einiges über die innovative „Power-to-Gas“-Technik. Referent Peter Grohmüller warnte gleich zu Beginn seines Vortrages, dass die Zuhörer am Ende wahrscheinlich mit vielen neuen Fragen dastehen würden. Zuerst räumte Grohmüller mit der Vorstellung auf, Energie könne „erzeugt“ werden. Alle Energie auf der Erde stamme von der Sonne und werde nur umgewandelt. Pflanzen verwandeln mit Hilfe von Sonnenenergie das Kohlendioxid aus der Luft in Biomasse, die sich in Jahrmillionen zu Kohle, Erdgas und Erdöl verdichtet hat. Der Mensch verbrennt nun innerhalb weniger Jahrhunderte fossile Stoffe, die in Millionen Jahren von Pflanzen geschaffen wurden und lässt so den Kohlendioxidgehalt der Luft und damit die Temperaturen rasch ansteigen.

 

Der Charme der Power-to-Gas-Methode besteht darin, dass man damit Energie aus Sonne und Wind in die hochwertigen Energieträger Methan oder Wasserstoff umwandeln kann, wobei Methan den Vorteil hat, leicht transportabel und lagerfähig zu sein. Es kann auch einfach in das ausgedehnte Erdgasnetz eingespeist und unmittelbar als Treibstoff für Autos und LKW genutzt werden. Mit der Energie der Sonne kann so Kohlendioxid aus der Luft in einen praktischen Energieträger gespeichert werden, bei dessen Verbrennung nur ebenso viel CO2 entsteht, wie zuvor der Luft entnommen wurde.

 

Ob allerdings so der gewaltige Energiehunger der wachsenden Menschheit so gestillt  werden kann, zweifelte Altgemeinderat Spiridon Antoniou an. Ein anderer Gast wandte ein, dass der Wirkungsgrad der Methode noch gering sei. Auf diese Kostendiskussion wollte sich Grohmüller aber nicht einlassen und belegte, dass auch die konventionelle Stromproduktion Milliarden an Subventionen frisst und die drohenden Kosten des Klimawandels unkalkulierbar sind. Für ihn ist es die Stromerzeugung in profitorientierten privatwirtschaftlichen Unternehmen, die der Energiewende im Weg steht.

 

Für die OGL war der Vortrag auch eine Anregung, über eine Umsetzbarkeit dieser Technik im lokalen Rahmen nachzudenken, etwa in kombinierten Solaranlagen und Blockheizkraftwerken. (WH)