Umweltschutz - eine Frage der Haltung

Artikel der OGL im Mitteilungsblatt vom 19.09.2019

 

Die Welt retten wäre schön, ist im Moment aber gerade zu teuer. Aber Achtung, je länger wir warten, desto teurer wird‘s beim Umweltschutz und der Klimarettung, das hat sogar Angela Merkel gerade erkannt und fordert klare Schritte. Trotzdem neigen wir in einem konservativen Reflex dazu, uns beim Pro und Contra Umweltschutz hinter eine Kosten-Nutzen Abwägung zurückzuziehen. Und, die größere Umweltsünde rechtfertigt die vermeintlich unbedeutendere nach wie vor wie von selbst. Die Erkenntnis beispielsweise, dass durch den Autoverkehr viel mehr Abrieb und Feinstaub in die Umwelt gelangen als durch Kunstrasenplätze, lässt uns nicht etwa über die Fahrzeugnutzung nachdenken, sondern endlich wieder ruhig schlafen.

 

Greta Thunbergs Statement „Ich will, dass ihr in Panik geratet” richtet sich genau gegen diese fatale Logik und gegen die Apathie. Panik ist dabei die sehr überlegt eingesetzte Vokabel - und sie wirkt noch immer. Weltweit versucht man sie ins Lächerliche zu ziehen, damit einem das Thema selbst nicht zu nahe kommt.

 

Auf ihrer aktuellen Amerikareise war sie jüngst bei Trevor Noah in der „Daily Show“ eingeladen, der sie fragte, warum ihrer Überzeugung nach denn die Meinungen beim Klimawandel bei der älteren und jüngeren Generation auseinander gehen. Ihre Antwort: „Ich glaube (wir jungen Menschen) sehen den Klimawandel mehr als direkte Bedrohung, während andere sich denken, ich werde dann sowieso nicht mehr am Leben sein, also scheiß drauf.” - Betretenes Gelächter.

 

Wir müssen jetzt die Jungen schützen und sensibilisieren. Dabei ist auch die Diskussion über die Kunstrasenproblematik eine Riesen-Chance. In einer sehr sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Weichmacher in unseren Körpern“ hat sich gezeigt, dass 97 bis 100 Prozent der 3- bis 17- jährigen mit im Plastik verwendeten Weichmachern belastet sind, 11 von 15 Stoffen finden sich teils jenseits erlaubter Grenzwerte in den Körpern wieder. Mareike Kolossa Gehrig ist Mitautorin einer Studie zu diesem Thema und Toxikologin beim Umweltbundesamt. Sie sagt: „Dabei ist wirklich besorgniserregend, dass die jüngsten Kinder als sensibelste Gruppe am stärksten betroffen sind.“

 

Durch die bloße Erkenntnis, dass wir uns mit vielen liebgewonnenen Lebensgewohnheiten selbst schaden, fallen finanzielle Sachzwänge nicht einfach weg. Wir sind die letzten, die das behaupten würden. Aber unseren unbedingten Willen, die Beschädigung der Natur im Interesse unserer Kinder zu beenden, können wir dieser Erkenntnis nicht opfern. Ja, wir wollen vermeiden, dass unsere Kinder hart fallen. (UD)