Für wen sind die Gehsteige da?

Artikel der OGL vom  23.Januar 2020

Die Edinger Hauptstraße ist eng und die meiste Zeit des Tages schiebt sich eine Autokarawane hindurch, von Zeit zu Zeit unterbrochen durch ein paar Fußgänger, die den Knopf an der Fußgängerampel gedrückt haben. Vor der Bäckerei Stahl staut es sich regelmäßig, wenn ein breiteres Auto vorbei will und der Gegenverkehr das nicht zulässt. Radfahrer müssen sich zwischen parkenden Autos und dem fließenden Verkehr hindurch drängeln und fühlen sich ständig in Gefahr.

 

Doch am meisten gestraft sind Fußgänger, zumal wenn sie einen Rollator oder einen Kinderwagen vor sich her schieben müssen, denn auf den zugeparkten Gehwegen finden sie kaum noch Platz.

 

Das ist ein Zustand, an den wir uns seit Jahren zu gewöhnen versuchen, der aber eigentlich unmöglich ist. In Mannheim hat sich die Stadt auf Drängen des Regierungspräsidiums zum Handeln entschlossen. Ab diesem Sommer soll das Parken nur noch dort auf dem Bürgersteig erlaubt sein, wo es entsprechende Markierungen und Schilder gibt und wo eine ausreichende Gehsteigbreite von 1,50 Metern übrig bleibt für Fußgänger.

 

Die OGL sieht das Problem schon seit längerer Zeit und hat deshalb schon im Dezember letzten Jahres eine Anfrage an die Gemeindeverwaltung gerichtet, ob es dort Überlegungen gibt, wie ein Parkraummanagement in Zukunft aussehen könnte, und ob an eine Parkraumbewirtschaftung gedacht wird. Wegen der Haushaltsberatungen steht die Anfrage erst im Februar auf der Tagesordnung, aber das Problem drängt, was auch schon zu einer Nachfrage und Berichterstattung der RNZ geführt hat.

 

Für uns ist klar, dass von dem knappen Platz auf Straßen und Gehwegen den Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zugestanden werden muss. Das heißt, in Zukunft können Parkplätze auch für Anwohner nicht mehr umsonst und zeitlich unbegrenzt nutzbar sein. Bei der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gerade in Edingen braucht nicht mehr jede Person ein Auto

 

Einfach zu regeln wird das aber nicht, zumal unsere Gemeinde keine Verkehrsbehörde ist und z.B. in Sachen Anwohnerparkausweise auf das Landratsamt hören muss. (WH)